Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 4 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Friedhof, wo alles ruhte, was «inst sein Glück gewesen. Es war dieselbe Stunde wie damals, da er in Not und Schmerz denselben Weg gegangen, wieder steckte er den Schlüssel in das verrostete Schloß,' da sprang das pförtchen von selbst auf »nd im kalten Glanz des Mondes stand eine hohe, bleiche Gestalt, eine dunkle, duftende Ros« in der Rechten. Da übermannte die Sehnsucht des Rabbi Herz und er schritt auf den Schweigsanten zu und meinte ihn zu erkennen: War's nicht der Freund, den er einst verlor, das Glück seiner fugend? Am Morgen fanden die Jünger den Meister hingestreckt an der offenen Pforte des Friedhofes. Seine Hand umklammerte ein« üppige Rose und es war, als habe der Greis sein Antlitz tief hinein-, gepreßt in den leuchtenden Reich ... Berlin R a r I <ß l a f« c Vom Iudenfriedhof zu Monns Ja, der Friedhof, wie soll man ihn beschreiben. Er ist so, daß man all die herzlichen Worte versteht, mit denen der Jude ihn b«. zeichnet, der „gute <Drt", das „Haus des Friedens". Auf dem tiefliegenden üppig blühenden Felde stehen verstreut die ehrwürdigen Grabsteine alter, lang« begrabener, aber noch immer berühmter Rabbiner und gelehrter Juden, halb eingesunken sind diese schönen Steine, aber die Schrift ist noch leserlich und zeigt berühmte Namen, hier aber ist die Stelle, wo einem di« Schönheit der Huadratschrift erst deutlich wird» wenn sie, in Stein gehauen, sich in geraden Reihen, oder, was besonders schön wirkt, im Halbkreis am oberen Rande einer Grabsteins hinzieht. Der Grabstein eines Ehepaares ist geteilt in Form der Bundertafeln. Aber das Einzelgrab der Hügel ist völlig versunken und dem Erdboden gleich, keines ist von anderen zu untere ■ «f