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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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HMttrOßiUA. Seit Juli haben wir unser neues Stadtheim am Böhmers- Weg, in nächster Nähe -er Alster, in einer Lrdgeschoßwohnung zwei Zimmer nebst Wintergarten, in denen wir uns mit Tischen, Stühlen und Bänken schon recht bequem eingerichtet baden; dalkommen unsere schonen jüdischen Bilder, die uns den Aufenthalt im Heime noch gemütlicher machen werden. — Unsere Eltern und Förderer, die uns reichlich bedacht und den Bestand des Heims auf etwa ein Jahr gesichert haben, seien auch an dieser Stelle herzlichst bedankt. — Anfang August fanden unsere Ferienfahrten statt; die Mädels waren, vierzehn Mann stark, fünf Tage lang unter Else Hirschfelds Führung in der Holsteinischen Schweiz. Die Iungens waren, fieben an Zahl, zehn Tage unter Schwabachers Führung in Thüringen und find von Weimar—Rudolstadt— Schwarzatal— Ilmenau— Oberhof—Friedrichsroda—Inselsberg bis Eisenach gewandert. — An der Tresfahrt der Süddeutschen Bünde konnten wir leider nicht teilnehmen. — Die Gruxxe der Leipziger Iungens besuchte uns auf ihrer großen Fahrt für zwe Lage; die Leipziger haben unser Heim als nächtliche CZuartiergäste würdig eingeweiht. persönliches: Leo Joel und Walter Hirschfeld haben das Hanseatenkreuz erhalten; Joel ist leider durch Schuß an der rechten Hand verwundet. Sally- Lraubermann ist zum Vizefeldwebel befördert. Jsaac Schwabacher tkeß^zkA. Die großen Ferien waren herrlich: Die Kleinen im Landheim, die Mädels Ln den Bergen, die Iungens an der See. was es da alles zu erzählen gab, wieviel Erlebnisse mußten ausgeiauscht werden. Unsere großen Fahrten haben die einzelnen noch enger aneinandergebracht und die Erinnerung verschont unser Leipziger (eben. Jetzt wird hier wieder eifrig an der Stärkung und Vertiefung unseres Blau-Weißlebens weitergeardeitet. T h e o N e u m a n n tSUmttJ?citn. Der Gau-Tag brachte uns in unser Hemsbacher Heim weit über joo Blau-Weiße. Wir feierten die Tage in bester Stimmung und hallen es für den Hauptwert solcher Zusammenkünfte, daß man sich gegenseitig kennen lernt und siebt wie unsere Gedanken überall in gleicher Weise vertreten werden und der richtige Geist Ln uns allen lebt. Der Bund in Wiesbaden wurde ausgenommen, nachdem wir uns wiederholt davon überzeugen konnten, in Wiesbaden geeigneten zukunftsreichen Boden und richtige Führer zu haben, weiter ist als großer Erfolg mitzuteilen, daß wir iy einer städtischen Turnhalle regelmäßig einmal wöchentlich für unsere Iungens Turnadende adhalten können, wir verdanken dies unferm kleben Markhoff,! der in vorbildlicher Weise den Turnbetrieb leitet. Unsere Turnabende bilden aus im Geräteturnen und in Freiübungen, außerdem Ln Turnspielen im Freien. Es herrscht bei allen Teilnehmern regstes Interesse und freudige unermüdliche Mitarbeit. Durch das Turnen haben wir neue Mitglieder gewonnen; es ist jedem Bunde der dringende Bat zu geben, gleichfalls Turnabende, wenn zunächst auch nur im beschränkten Umfange, einzurichten, der Erfolg wird bald kommen. Unsere neue Bibliothek gibt unseren Wanderern die Gelegenheit, sich jüdisch fortzudilden. In die Führerschaft wurden ausgenommen Markhoff und Ernst weil, es besuchte uns unser Führer A. Maier auf Urlaub aus dem Felde. Die Führer und älteren Wanderer nehmen Teil an einem Führerkurs, den Dr. Simon abhalt. Ferner hat unter großem Interesse ein Kurs Ln der hebräischen Sprache begonnen, den Herr Dr. Bermann aus Heidelberg (Zlbiimicnt des Hcrzl- Gvmnasiums in Jaffa) zu geben die Güte hat.

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