Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 3 (10.1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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haben noch die alleren Mädels alle zwei Wochen eine Raft, Ln der sie sich über- .Probleme" unterhalten. ,Gelehrtenzug" nennen das die Iungens. Im übrigen ist man zusammen, auch wenn der Fahrtenzettel nicht dazu ausfordert, denn die heißen Sommertage laden zu gemeinsamem Baden, und der Pdf* mond lockt mit magischer Kraft. Einen Fahrtenzettel bei uns im Sommer zufammenzustellen ist nicht schwer. Ob da Bohrau oder Ohlau oder Bresa steht, meistens landen wir doch im Zeltscher See. Das ist unser Gebiet, das haben wir uns durch unsere Forschungsreisen erworben, die Schönheit dieser Gegend haben wir entdeckt, wenn es besonders fein werden soll, dann gehen wir an den See. Neulich bekamen wir sogar ein Boot geliehen. Auch unser Landheim träumen wir in dieser Gegend und auf dem See ein Boot mit blau-weißer Flagge. Doch wenn wir erst soweit wären! Das leidige Geld macht einem immerfort Schwierigkeiten. Im Winter hoffen wir wieder mit Etti im schlesischen Gebirge zu sein, und auch Wandrer aus anderen Bünden find eingeladen. Ob die Mädel in diesem. Jahre ein zweites Petzer finden? hoffen wir es! Martin Nothmann- Nothmann schrieb das Allgemeine, aber etwas muß ich noch erzählen: Unser Heim hat im Juli seinen ersten Geburtstag gefeiert und ist reich beschenkt worden Und dann haben wir eine Elternfahrt gemacht, über der, abgesehen von emernt kurzen Gewitterregen, der blaueste Fimmel und die hellste Sonne leuchtete! Eine Fahrt, die unfern Eltern und Freunden zeigte, wie schön es bei uns ist; und nun wissen sie es! An jedem Sonntag gibt's freilich keine Hobelbank; am 27. August aber gab's eine ganz feine! Lin Stuck. „(Ein Kaffee frei Guste", bewies unsere Beliedtheit selbst bei den Dienstmädchen, obwohl fie immer nach der Fahrt fehle schmutzige Schuhe zu putzen haben! — Dann war eine „Wald- und Wiesen-Vxer in einem Spaziergang, eiuem Aufzug und einem Abmarsch" zu sehen und zu hören. Sie hieß: ^In 50 Jahren". Könnt ihr Euch den Inhalt denken? — Nur das^ Orchester will ich schildern; es verfügte über Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente l Nämlich: Eine Geige, eine Laute, einen Kamm nebst Seidenpapier und zwei Topfdeckel! — Und nun steht uns schon wieder etwas Schönes in Aussicht: eine eigene Sukkah auf dem Dache unseres Heims! Kommt ihr nicht her, fie anzusehen? Else Kober Unsere Arbeit in der Berichtszeit stand unter dem Einfluß zweier^ besonderer Ereigniffe: unserer Fahnenweihe und der Fahrt nach Hemsbach. Bei unserem Landheim errichteten wir einen mächtigen Fahnenmast von. \2 Meter Lange, an dem wir eine entsprechend lange, weit im Umkreis sichtbare Vlan-Weiß-Fahne hißten. Das gab Anlaß zu einer schönen Feier, an der erstmalig *oo Eölner Blau-Weiße teilnahmen. ferner eine Reihe von Gästen, unter denen wir besonders einige Berliner Blau-Weiße herzlichst begrüßten. Don den schönen Tagen, die unserer Fahrt nach Hemsbach vorangingen, und der Fahrt selbst haben wir an anderer Stelle der Blau - Weiß. Blatter berichtet. Jetzt har bei uns bereits die Winterardeit eingesetzt, die vor allem der^ jüdischen Ausbildung dienen wird. Unsere Madchengrnppen, die in ihrer derzeitigen Zusammensetzung nicht die^ genügenden Entwicklungsmöglichkeiten boten, und denen es cm geeigneten Führerinnen mangelte, haben wir aufgelöst. wir wurden auf Antrag in den Lölner .Ortsausschuß für Jugendpflege^ ausgenommen. Robert Gidion 70