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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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mehr Ehrfurcht vor Deinem Aönig erwartet!" „Spare die predigt, auf -ieAnie, Priester, Dein Aönig steht vor Dir!" Aus der Menge trab ein Mann von riesiger Größe in blauem und rotem Purpur; um sein. Haupt schlang sich ein Diadem, das mit Smaragden und Rubinen besetzt war. Nathan betrachtete ihn mit stillem Vorwurf: „Was soll -er Reif, Adonia, kannst Du den To- Deines Vaters nicht erwarten?"* „Damit Du meine Erstgeburt dem Anaben Salomo verkaufst? Jetzt bin ich Herr! Spürst Du das Schwert über dem Nacken?" Adonia hob drohend die Faust. „Du hast die Macht"- erwiderte Nathan-, „übe sie, wie Du willst, aber erlaube uns, eh Du uns tötest, unseren Herrn David zu beweinen, der uns ein gütiger Aönig war!" Ein. paar weißbärtige Arieger schluchzten wie Rinder. Ioabs Arm krampste sich um die Säule, neben der er stand, als wollte er sie zerbrechen. Adonia faßte sich zuerst und rief: „Ich bin Aönig von Israel!" Er wandte sich zu dem Thronsessel, der an der Rückwand -es Saales stand. Dort ließ er sich nieder, das nackte Schwert auf den Anieen. Da öffnete sich die Tür, die in das Zimmer führte, in dem David lag. Alle Anwesenden standen in starrem Staunen. Ein Greis schritt über die Schwelle, in langem, schleppendem Nachtgewand.. Seine Augen waren unheimlich weit geöffnet, sodaß die dunkle Iris ganz in der bläulich-weißen Umgebung verschwand. Man sah ihn näherkommen, Schritt für Schritt; aber niemand hatte den Eindrucks daß ein Sterblicher je so gegangen wäre. Langsam, unerbittlich" sicher bewegte sich der Schweigende auf den Thron zu, auf dem Adonia saß. Adonia fiel nieder und berührte den Boden mit der Stirn. Auf einmal beugte sich alles zur Erde. Nie vorher hatten. Israeliten vor ihrem Aönige gekniet. David schritt die Stufen des Thrones empor. Die Schleppe feines Gewgndes hatte sich um feine Beine geschlungen, hinderte aber seine Bewegungen nicht. Er ging an Adonia vorbei, ohne daß offenbar wurde, ob er ihn oder irgend einen andern bemerkt hatte. Der Aönig saß auf Lern Thron. Seine Züge waren unbeweglich und in ihrer Starrheit furchtbar. Sein gewaltiger (Oberkörper ragte kerzengrade empor. Seine Füße waren geschloffen wie die eines ägMtischeu Götterbildes. Adonia zitterte m einer Art Fieber. Das Grauen hatte ihn überwältigt, sodaß er nicht Las Haupt zu heben wagte. Seine langen Locken, die er nicht scheren ließ, hingen ihm wirr über die feuchte Stirn. Auf cinmaj jäxmte alles rückwärts zur Pforte. Eine Gaffe

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