Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 3 (10.1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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heled," wandte er sich an den erschrockenen Diener, »was gibt's?" Nathan antwortete loternst: „Der König liegt bewußtlos. Gott schütze ihn." „Ich will hinein, ich muß ihn sehen!" Ioab stieß heled bei Leite und wollte den Eintritt erzwingen. Nathan klopfte in die Hände. Awn Reihen Speerspitzen glänzten Ioab entgegen. Des Feldherrri Hand fuhr zum Schwert. Aber er zog es nicht; er wandte sich und schritt wortlos von dannen. Nathan ging zurück in die königlichen Gemächer. Leine Ltirn war gefurcht, sein Blick suchte den Boden. Er kannte den FelLhauptmann za gut, um nicht zu wiffen, daß er jetzt schon zum Schlage ausholte. Schwer lastete die Sorge auf dem Sinnenden. Die Wache am Vorzimmer des Königs riß den Vorhang zur Seite, als sie den Propheten gewahrte. Das weite Gemach war erfüllt von blauem, süßem Rauche. Vor den zwölf Tedernsäulen, auf denen die Decke ruhte, standen mattglänzende Schalen aus Porphyr, in denen köstliches Gewürz schwälte. Nathan stutzte auf der Schwelle. Seine Augen, die das Alter getrübt hatte, begannen vom Rauche zu tränen und gewahrten nichts als die vergoldeten Säulen, deren dicke Stümpfe in phantastische Blumen ausliefen, plötzlich tauchte Benaja, der Führer der Leibwachen aus dem Nebel. „Ich war bis jetzt beim König — wenn kein Wunder geschieht, erlebt David die Ulitternacht nicht." „Ist er wach?" „Er liegt wie tot aus dem Bette; seine Füße sind kalt und seine Hände blau." „Ist die Leibwache unter Waffen?" Benaja nickte. „Laß' Doppelposten aufziehen bei Nacht, niemand soll schlafen!" Flüsternd erzählte Nathan von seiner Begegnung mit Ioab. Das leise Gespräch »nachte die Stille im Saal noch drückender. Alles war Schweigen und Erwartung. Um die Räuchsrschalen summten die Fliegen. Ein großer, schwarzer Käfer schwirrte durch den Raum und erfüllte die Lust mit dem unerträglichen Surren seiner Flügel. Die Stille brauste in den Dhren der Wartenden. Alle Herzen hämmerten in einem Takte. Alle Herzen würden auf einmal stillstehen, wenn das eine geschehen würde. — Im Nebenraum tönten Schritte'; ein eifriges Laufen, abgerissen« Worte. Die Wartenden schreckten empor. Einige zitterten, als ständen sie in großer Kälte. Der haüptmann Simei weinte, daß sein Bart ganz feucht wurde von seinen Tränen. Einmal öffnete sich die Tür und das blaffe Köpfchen Abisags von Sunem, die den König Tag und Nacht pstegte, erschien in dem Bpalt. Der Prophet Nathan ging hinüber zu dem Sterbenden. Nkr-