Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 3 (10.1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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es dem atmen Winde. Der durfte sich überhaupt nicht rühren; ton» send Jahre mußte er auf einem Bein stehen, nach taufend Jahren wieder auf dem andern. Das konnte er so schwer aushalten. Einmal, da war er auch so recht ungeduldig und zapplig, und weil der böse König schlief, hüpfte er ein wenig auf und reckte und streckte sich tüchtig. Wie wohl ihm da war! er freute sich so, daß er ganz laut pfeifen mußte. Aber davon erwachte Tohuvabohu sofort und wurde so schrecklich zornig, daß er sich gar nicht beruhigen wollte. Er dachte nach, wie er den Wind bestrafen könnte, damit er ja nicht noch einmal so frech sei. Er band ihn ganz fest zusammen, so fest, daß er kaum atmen konnte. „So, jetzt kannst Du Hüpfen!" lachte der böse König. Aber der Wind lachte nicht; dem war schlimm zu Mute, und es blieb ihm gar nichts übrig als zu seufzen, und das Wasser seutzte mit, und sie waren sehr, sehr traurig, weil sie einander nicht helfen konnten. — Hoch über dem Reiche Tohuvabohu wohnte der liebe Gott mit seinen Engeln, der sah wohl, wie schlecht es dem Wasser und dem Wind bei dem bösen Aönig ging, und er wollte ihnen so gerne helfen. Er hätte die Welt am liebsten recht schön gehabt, mit grünen Wiesen und Feldern und tausend bunten Blumen. Aber Tohuvabohu ließ in seinem Reiche nichts wachsen, und er ging auch nicht fort, obwohl ihn der liebe Gott sehr oft darum bat. Einmal ftagte er die Engel: „Könnt ihr mir vielleicht raten, wie ich den Bösewicht vertreiben soll?" Aber die Engel wußten nichts Zusagen. Auf Gottes Arm waren aber alle hebräischen Buchstaben, sie waren anzusehen, wie weiße Flämmchen. Die kamen und wollten dem lieben Gott helfen und raten. Zuerst das Taw. „Ich komme zuerst" sagte es. „denn ich bedeute ^00". Alle anderen Buchstaben traten ehrfurchtsvoll zurück und wollten hören, was das Taw sagen werde. Aber es wußte gar nichts! es hatte sich nur so patzig gemacht. Dann redeten alle, aber dem lieben Gott geftel nichts, was ße sagten. Erst das Beth wußte was. „Lieber Gott", sagte es, „es ist eine große Ehre für mich. Dir raten zu dürfen. Wenn Du also auf meine Worte hören willst, so nimm etwas von Deinem Lichte und trage es in das Reich des Tohuvabohu, daun wirst Du Macht über ihn bekommen, weil er das Licht nicht verträgt."