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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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treten wir leise ein mtb LrLe» was an die Tür. Der Psalm ist zu Ende, ein Segensspruch folgt, und dan« erksnZr das Kaiserlied — da haben wir mitgesungen, für unfern alten Kaifer m der ^rholrschen Dorfkirche — und es was uns recht ernst zumute. Dir gehen durchs Ds^f. In den Fenstern eines Bauernhauses fallen uns Blumen auf, wir bleiben ftrbeii. sie zu bewundern; eine alte Bäuerin kommt heraus und freut sich ob unterer Freude. Sie erzählt, zehn Jahre schon blühten die ^englischen Pelargonie«* {ß^- sie sie nennt) in ihren Fenstern; und ob wir wohk einen Ableger wollten, ne habe gerade einen schonen. Db wir wollten l Fürs heim! Und sogleich widelt m ihn mit feuchter Erde in Papier; ich Hab ihn dem* auch glücklich nach fyx&s getragen und eingepflanzt, und wir freuen uns schon aust die Blüten! — Nun fangt aber die Mttsgsraft an uns einigermaßen Besorgnis einzuflößen,, aber denkt nur, da kommt ein alter Bauer, so ein recht lieber Alter, geht ehr Stück Weges mit, und wie et mm Hort, wir hätten keine Kartoffeln und kein Brot, da tun wir ihm fo leid mir unfern beiden schonen Kochkesseln, daß er uns ganze Kilo Kartoffeln um die SLste billiger als zubaus verschafft und das dazuge» hörige Brot auch! Wie fein unsere Kochrast war. läßt sich nicht denken! Ein Platz am Wald» rande, in der Nähe von Wsster, ist bald gefunden, Bolz gibts in Fülle und eil* Herd ist gleich gebaut — schon brodelt's in den beiden Keffeln, in dem einen eine kräftige Kartoffelsuppe, im zweiten die Kartoffeln. Die dazugehörige paradeissauce gelingt vorzüglich. Lm Mahl war das! (Wir mußten schweren Herzens Kartoffeln übrig lasten, daraus gabs aber dann später feinen Salat!) — Die ganze Zeit sah uns andäcbttg die Dorfjugend zu und die Blond- und Braunköpfchen machten uns viel Spaß. Auch Flüchtlingskinder waren unter ihnen, Iudenkinder, die liefen gleich um Salz, als sie hörten, es sei uns ausgegangen. Nur zu schnell vergusZeu die schönen Stunden im Walde — wir waren dann noch in unser« schwauzen Bosen, die uns draußen mehr Freiheit gewähren, auf den Fichtenbäume« zu Käst gewesen, uns die Welt auch von oben zu beschauen. — Der.Rückzug* war «m Criumphzug — alle Dorfkinder gaben uns dis weit hinaus das Geleit. And ue? gings durch Wald und Feld bergauf und -ab, immer das herrliche Mittelgebirge md die ganze wunderschöne Gegend weitausgebreitet vor unseren Blicken, daß wer uns nicht satt sehen konnten. Da kam ein KZeeieLb hoher, üppiger Luzerne, und was schaute heraus? Die Köpfe zweier Bahne, -ve Kämme leuchtend wie rote Blüten, die Körper versteckt im hohen Klee; es snsr ein selten hübsches Bild, könnt ihr euch das vorstellen? — Wie wir durch de» TDald kommen, eine neue Ueberrafchung. Walderdbeeren, und was für schöne, koLLch bustende» jetzt am 3. September! wie gern gab ich euch allen welche — Nun sagt, ob s« mrchr mit dem Tag heut zufrieden sein konnten? Aub wir sangen auf und noch kliugr's in mir: hinaus in freie Gotteslust. auch uns gehLm Sue Esdel Texlitz.SchZu-LM Sof el Graf

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