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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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2Üonö grell beleuchteten Türmchen dem Ganzen ein orientalisches Gepräge. In dem Garten unseres Wirtes wird noch einmal halt gemacht. Ich erinnere jetzt ans Schlafen in dem weichen Stroh, aber der freundliche Mond hat es allen angetan, sie können nicht schlafen gehen. Also wieder zurück ins Freie auf die Wiese zu Spiel und Tanz. Erst zeigen wir unsere in Lockwitz gelernten Volkstänze, dann spielen -wir mit den Jungen Stockstoßen. Ganz heiß wird uns dabei, denn -die Jungen find in der Ueberzahl und wir wollen trotzdem nicht als Besiegte aus dem Spiel hervorgehen. Die Groß-Hoschützer haben -einen kräftigen Schlaf, sie haben sich durch unser lustiges Singen -garnicht stören lassen. Dann find wir noch lange in den Niederungen des Gppatales -gegangen. Manchmal war das Vorwärtskommen auf dem lehmigen Boden recht schwierig, aber wer hatte Sinn auf den Weg zu achten? Markus erzählte uns so interessante Erlebnisse von seiner Palästinawanderung. Wir sahen noch die Nacht schwinden und den Tag kommen. Am 5 mußte ich nach Ratibor zurückkehren; die andern dursten noch einen Vormittag in der schönen Gegend bleiben. Aum ersten Male hatten wir eine Nachtwanderung kennen gekernt und wußten nach dieser, daß sie wohl die erste, doch nicht d:e ketzte für uns gewesen ist. Ratibor tncie Böhm „Aatfahrt" Nein, was man alles an einem Tage erleben kann! Noch muß ich den Kopf schütteln vor lauter Verwunderung darüber, was uns der heutige Tag alles brachte! In den taufrischen, Hellen Sonntagsmorgen sind wir heute hinausgezogen, acht Madels. — Tags zuvor gad's wichtige Beratung: was kocheu wir? und die Hntische Beleuchtung unserer Kochkaffe; aber alle sollten zufrieden sein. — Die Landstraße, sonst nicht gerade das Reizvollste der Wanderung, ist nunmehr glanzend zur Beliebtheit gelangt. Denn wo sonst gibts Aexfel, Birnen und Pflaumen ganz umsonst, nach Herzenslust. Ts gibt ja dies Jahr einen reichen ^uchtsegen in unserem Land! welches Ziel unsere Fahrt haben mochte, war uns heut gleich. Uederall war es ja so schön! Und die Sonne meinte es so gut wie seit langem nicht! habt Ihr gesehen, wie verlockend uns Ln ihrem Licht die Aepfcl enrgegenlachten? »Sind auch die „Aepflein rosenrot, schwarze Kernlein sind darin" sangen wir. Am Schloßpark von Krozemusch vorbei (dort stehen schöne, schlanke Pappeln am Wege), kommen wir zur Kirche inmitten des Dorfes. Schon und schlicht ist sie. Drgelklang tönt heraus, andächtige Stimmen singen, wir lauschen, dann 5

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