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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Bächlein, in einer von hohen Gräsern und Sträuchern umgebenen Mulde fand jeder ein behagliches Plätzchen mit dem Ausblick auf dasvor uns liegende liebliche Dppatal, begrenzt von den Ausläufern der Beskiden. Nach dem heißen Sommertag war die abendliche Kühlo eine Wohltat. Gin paar fleißige Hände sorgten für unser Essen, wir anderen lagen in dem weichen Gras und träumten in die Welt hinaus- Erst das kräftige Zischen im Kochtopf weckte uns, und bald brachte uns das dampfende Nudelgericht eine wohltuende Stärkung. Nachdem Essen gab's ein großes Aufwaschen am Bach, dann eilte ein jeder wieder schnell in seine Klause zurück. Schon war der Abendder Nacht gewichen, langsam verschwanden die Amriffe von Bäumen und Sträuchern in der Dunkelheit; in dem nahen Dorfe war dermenschliche Lärm völlig verstummt, wir hörten nur das Flattern von Fledermäusen über unsren Köpfen. Zwei Wanderer sorgten für die Erhaltung unseres Feuers, das- Markus und die ihm entgegen gegangenen Wanderer zu uns führen sollte. Die Feuerhüter hatten bei dem naffen Holze eine schwierige Aufgabe. Da endlich aus weiter Ferne eine Antwort auf unsere Schalomrufe, und wie dis Flamme zu verglimmen anfängt, find die späten Wandrer in unserer Mitte. Am Himmel steht der erste Stern als Wächter über uns. Die Stille der Nacht hat fich auf uns übertragen, ganz leise fingen wirunsere Lieder. Unsere jüdischen Lieder, unser Eigentum, in denen wir unser Sehnen.und unser Hoffen ansdrücken dürfen. Und wir fühlen, daß diese Lieder uns, die kleine Schar, zu einem Glied verbinden, das zu der Kette treuer aufrechter Juden gehört. Markus fingt uns hebräische Lieder vor, wie man fie in Palästina fingt; es find fröhliche Melodien, selbstentstandene Volksweisen, die er in den Kolonien Palästinas hörte. Sie klingen so wunderbar schön, daß er fie uns immer wieder Vorsingen muß. , Inzwischen hatte fich der Mond, trotz unsrer Zweifel, doch durch die Wolken Bahn gebrochen und stand uns als hellkeuchtende Scheibe gegenüber. Ganz exakt rund war er, nicht ein Zipfelchen fehlte dem gutmütigen Gesicht. Mitternacht war lange vorbei, wir wollten also unser Nachtquartier anfsuchen. Langsam gingen wir ins Dorf zurück. Dabei bleibt mir unvergeßlich der Gang durch einen leicht ansteigenden Hohlweg. Links und rechts hohe Gartenmauern, die Blätterkronen von alten Obstbäumen bilden das Dach, durch das wir hin und wieder den reichbestirnten Himmel sehen können und das Wundervollste vor uns eine kleine schmucklose Dorskirche gibt mit ihren vom

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