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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Stempel aufgedrückt hat, find ebenfalls Zeugen für die lebendige Arast, •feie in unserem Volke verborgen ist. — Den Beweis dafür, daß auch jene diese Zusammenhänge fühlten, brachte uns der nächste Abend. Auf der Dorfstraße standen alle Juden der Gemeinde um den Angesehensten geschart, der jeden einzelnen von uns einer Familie zuteilte. Rührend war es geradezu, wie traurig die anderen abzogen, denen kein Gast zugefallen war. IDir wurden -ausgenommen, wie nie in unserem Leben; alles wurde uns mit echt jüdischer Gastlichkeit und Liebe gewährt, daß uns ganz warm ums Herz wurde. Za, fie ließen es fich nicht nehmen, uns noch reichlich zu beschenken und uns mit tausend Wünschen das Geleit zu geben. Und dann nahm uns die Landstraße wieder auf und führte uns neuem Erleben entgegen.- . Das—war—einmal ein jüdisches Erlebnis, wie wir es leider viel zu wenig haben. Wißt ihr noch im vorigen Jahre die Raschi-Synagogs in Worms? Und den stillen Friedhof? Denkt ihr noch an die Tage in Hemsbach, an die Synagoge und an die gastliche Aufnahme? Aber all das genügt nicht, wir haben es nicht gesucht, sondern zufällig gefunden. Es ist uns als reiche Gabe beschert worden. Wir haben aber die Pflicht, überall, wohin wir auf der Wanderung kommen, Plätze jüdischer Erinnerung aufzusuchen, liebevoll nachzuspüren, damit wir schon halb vergessenes und Zersallenes erhalten und das Band, das uns mit allem, was Jude und Jüdisch ist, verbindet, eng und immer enger knüpfen. Berlin Hans Oppenheim Eine Aiondscheinwcrnderung im Gppatal Jungen und Mädels zogen zu einer Treff-Fahrt mit Josef Markus und den Troppauer Blau-Weißen aus. Unterwegs hörte ich «ine Wandrerin vergnügt trällern: „Dppa> Zinna, Hotzenplotz", die linken Nebenflüsse der Dder waren ihr wohl bekannt, dagegen weniger, wslcb' landschaftliche Schönheiten das Tal des ersten Nebenfiusfes bietet. Sie und wir alle sollten diese bald kennen lernen. In Groß-Hoschütz dachte niemand von uns an eine Nachtwanderung, im Gegenteil, wir bestellten uns bald bei einem Scheunenbeptzer unser Strohlager, nicht ahnend, daß dasselbe unberührt bleiben m sO Uhr wollte Markus von seinem letzten Dienstgang aus u wieder bei uns sein. nser Lagerplatz war idyllisch schön gelegen; an einem rauschenden

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