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Blau-Weiss-Blätter · 1916-10-01 · 3 (10.1916) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
3 (10.1916)
Date
1916-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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- noch als -er nüchtern prüfende verstand, daß wir auf dem rechten Wege find!" Reigen, Spiel und Gesang füllten den Rest des Tages aus. Nachts wunderten viele. Am nächsten Morgen tagte die Führerschaft, ^hre Beratungen drehten fich um die Fragen der Führerausbildung, des Führeraustaufchs zwischen den einzelnen Bünden, die Propagandaarbeit in Westdeutschland und anderes. Auch dieser Tag verging schnell. Auf einer höhe im Odenwald, zu der mittags alle hinausgewandert waren, wurde Abschied genommen. Die Züge trennten fich. jeder kehrte zu seinem Alltag zurück, fi:oh, neugestärkt und voller Zukunftshoffnung! <Löln Robert Gidion Große Fahrten Die großen Fahrten liegen hinter uns, und wir bemühen uns, bas auf ihnen Erlebte und Erfahrene zu bearbeiten und nutzbar zu machen. Es ist keine fruchtlose Arbeit. Sind es doch gerade diese Wanderungen, auf denen das Wort von der „jüdischen Gemeinschaft" Wahrheit und Inhalt wird, und denen ein wesentlicher Anteil an dem inneren Werden unserer Bewegung zufällt, Hier bejahen wir das Judentum in uns, hier vermag einer dem anderen fich restlos hinzugeben und Freundschaften zu schließen, die für das Ganze wertvoll find. Die großen Fahrten liegen hinter uns, die Erinnerung und Dankbarkeit für die Schönheiten, die fich uns erschlossen haben, erfüllen uns. Wir sollten jeden Tag, jede kleinste Begebenheit in Tagebüchern autzeichnen, damit wir alles immer wieder vor unser Auge bannen können. Auch das dem Gedächtnis Entschwundene, scheinbar Anwichtige, birgt die Süße eigenen Erlebens und ist schon aus diesem Gründe als persönlichstes Eigentum wertvoll. Ein Bild schließt sich an das andere, ein Tag wird durch den anderen neu geboren, wir durchleben die ganze Wanderung, die Erinnerung knüpft an frühere Reisen an, und wir dürfen schwelgen in dem neuen Schatz, den wir uns erworben haben. So geht es mir auch heute: der Name irgend eines kleinen Dörfchens an -er Tauber ist uns entfallen. Einer hat ihn behalten. Und daun: „Weißt Du noch? Erinnerst Du Dich auch des Tages?" — Und eine wehmütige Freude laßt unser Herz hoher schlagen. . Es war am siebenten August, und wir hatten schon ein ordent» liches Stück Weges Hinter uns, als wir am Spätnachmittag $\vi>:b:n

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