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Blau-Weiss-Blätter · 1916-08-01 · 2 (8.1916) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
2 (8.1916)
Date
1916-08-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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lebt, von Kanaan bis Rom, hineingebettet in die alte Natur, die großartig ist, wie vor Jahrtausenden. Lrossen a. ©. Moses Lalvary Eine Entgegnung Auf unserm Gründungsfest haben wir die Gesangsvortrage und Tanze beklatscht und durch Hedadrufe gefeiert. Das ist uns von einem Führer Ln eigenartiger Meise verboten worden. Abgesehen davon, daß diese eigenartige Meise den Eindruck erweckte, als. 'sei man von der Drewitzer Theaterwiese auf einen Kasernenhof versetzt, — ein Eindruck, der sich auch durch die am Schluffe gesagten entschuldigenden Morte nicht verwischen ließ —, so ist doch zur Sache selbst noch manches zu sagen. Es war ein Gründungsfest, zu dem auch Eltern eingeladen waren. Immer» 'hin gab es mehr Blau-Weiße als Besuch, waren die ganzen Vorträge denn nur für die Eltern und nicht auch zur Freude für uns selbst veranstaltet? Sollten wir »dabei nur Sachen sein, die keine eigene Meinung haben dürfen? Habe ich es nicht gerade dem Blau-Meiß zu danken, daß. ich gelernt habe, meine Meinung Überall zu bekennen, ohne übertriebene Rücksicht auf andere? Sollen wir solchen Blau-Weiß-Sinn nur bei ernsten Angelegenheiten oder nur Sonntags haben, und -schon dann nicht mehr, wenn einmal Eltern dabei sind? Der Blau-Weiß will den Menschen zur Natürlichkeit erziehen, und man soll das einfachste Gefühl naiver .Freude unterdrücken? Es ist doch unser gutes Recht, uns über uns selbst zu freuen, Venn unsere Leistungen dementsprechend waren; und das war der Fall, wie ich -außerhalb des Blau-Meiß mit frohem Stolz sage: das und das hat der Blau-Meiß geleistet, das und das hat er erreicht, ebenso darf ich mich wohl innerhalb unseres Bundes über gute Leistungen freuen und brauche mich durch einigen Besuch nicht *fo beengen zu lassen, daß ich meine Meinung unterdrücken muß! Und wenn man schon nicht alle seine Gefühle sagen sott, so ist es besser, 'man unterdrückt feinen Aerger und gibt der Freude Ausdruck, als umgekehrt. Berlin Edith Ruth Bobreker * * * Eine persönliche Vemerknng Ich bin das Karnickel — heißt, der Führer, dem Edith Bobreker es znver» 'danken hat, daß sie im Geiste die Reife von der Drewitzer Theaterwiese auf einen .preußischen Kasernenhof machen durfte. Im Ernst — ich fühle mich schuldlos' Ich habe nicht „geschnauzt"; mein Recht zu tadeln, wo etwas zu radeln ist, werde ich mir nicht nehmen lassen. Zugegeben, daß alles richtig ist. was Edith Bobreker sagt. Auch ich freue mich gewiß über Natürlichkeit und über gute Leistungen. Aber Natürlichkeit und schlechte Manieren ist zweierlei. Und ich empfinde es immerhin peinlich, daß wir. -die Gastgeber, unsere „guten Leistungen" beklatschen. Üeberhaupt „gute Leistungen". Man könnte fragen, ob das nicht eine etwas äußerliche Auffassung unseres Sinkens ist. Dieselbe äußerliche Auffassung, die Ln dem ganzen „Vorsingenzum Ausdruck kommt. Wir singen, weil das uns eine Bereicherung unserer Fahrten und unserer -Art zu sein scheint/ Nicht für andere sondern zu unserer stillen Freude. . ^^'//'^B'erlin" '' r.- 1;''ro \;s\, Kart GLnseik

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