Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 2 (8.1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Djennln, da wird der Abstecher nicht so groß sein. Der kleine Neffe des Weltpriesters, der unser Hospiz leitet, macht zwar tansenderkei Ausflüchte, als er uns Wagen oder Reittiere besorgen soll, aber ein zufällig anwesender Dragoman weist uns an die richtige Stelle. Leidergibt es nach Djennin keine Wagen, heute sind auch kaum Reittiere da. Endlich erhalten wir wenigstens e i n Pferd, sowie einen Esel für das Gepäck. Wir werden also abwechselnd reiten müssen. Wir machen mit dein Unternehmer aus, daß wir für zwei und einen halben Aledjidi, das sind etwa fO Francs, über Sebastije nach Djennin reiten wollen, (der Name Sebastije ist entstanden aus dem griechischen Sebaste, lateinischen Augusta; denn herodes der Große hat das alte Samaria zu Ehren des Aaisers Augustus nmgebaut und ne« benannt). Hermann Badt besteigt zunächst das Pferd, — er kann nämlich reiten, im Gegensatz zu mir,— und der Acaberjunge und ich gehen hinter dem Esel her. plötzlich faßt der Junge einen Entschluß und besteigt den Gepäckesel, ohne daß mein Protest irgend welchen Eindruck zu machen scheint. Nach einer Stunde darf ich auf das Pferd, und Badt erklärt dem Jungen, soweit man eben mit Gesten und Handgreiflichkeiten etwas erklären kann, daß er den Esel beanspruche. Da aber ergoß sich die ganze Beredsamkeit des Jungen auf unser Haupt, und obwohl wir kein Wort arabisch können, verstehen wir den Redeschwall ganz gut: wir hätten nur auf das Pferd Anspruch, und wenn wir das nicht einsähen, so werde er gleich zurück nach Nablus reiten. Wir sehen also «in, und müssen ärgerlich nachgeben. von dem Wege hat der Junge keine Ahnung, aber da die Aarte im Baedecker gut ist, reite ich ruhig voraus. Sowas wird ja wohl ein alter Blau-Weißer noch können. Bald treffen wir ein paar Feldarbeiter, und ich höre, wie unser Junge sich mit ihnen in ein Gespräch «inläßt. Verstehen kann ich nur einzelne Worte: Djennin . . Sebastije . . . twen Nledjidi unuß (27a Aledjidi). Die Summ» wird noch ein paar Mal wiederholt, und uns schwant Anhcik. Richtig kommt der Junge auf Hermann Badt zugeritten, mit einer längeren, sicherlich wohlgesetzten Rede. - Aber der deutet ihm an, daß ich da» : Geld habe. So kommt er dann zu mir und legt los; ich entnehme dem Wortgeprassel, daß er uns für 2lfa Nledjidi nur bis Sebastije reiten lassen wolle. Aber ich hüll«'mich in den Stolz und die Würde des Europäers und setze seinen langen Erörterungen nur ein Wort entgegen, zu dem mein Arabisch ausreicht: Djennin. Er wird wild, glaubt am Ende, ich habe ihn nicht verstanden und fetzt-mir die Sache noch einmal! ausführlich auseinander.- Ich, stoisch, gelassen, * 12