Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 2 (8.1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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in ihre Synagoge führt, eine» einfach geweißten, auf Säulen ruhenden Raum. 3» silberner Hülle, die mit allerlei symbolischen Figuren ge.- schmückt ist, eine Sefer Thora, in samaritänischen, altertümlichen Schrift- Zeichen. Ls sind, wie es scheint, arme Leute, und sie leben von schwerer Tagelöhnerarbeit und dem Erlös der heiligen Andenken, die sie Herstellen. Sie haben nicht mal eine eigene Schule, sondern schicken ihre jungen mit wenigen Ausnahmen — ein oder zwei 3ungen besuchen -das hebräische Gymnasium in Jaffa — in eine christlich-englische Missionsschule. Meine Frage, ob sie denn von der Mission nichts sür ihren Glauben fürchten, verneinen sie: der Direktor sei ein Dheb Israel, ein Iudenfreund. Ich erkundigte mich nach der Feindschaft, -die zwischen ihnen und den Juden bestehe, aber davon will der Priester -nichts wissen: auaednu am qätan, mah lanu hamilchamah? (wir sind «in kleines Volk, was soll, uns der Kampf?) Ich weiß nicht, ob er mit dem „wir" die Samaritaner oder die Juden überhaupt -meinte. Sehr erfreulich wirkte auf mich die Begegnung mit unseren •all«» Stammesverwandten nicht. Körperlich kräftig, machen sie doch -einen geistig herabgekommen Eindruck. Noch weiter zurück in unsere Geschichte führen uns die Reste -des alten Sichern, östlich von Nablus, in der Nähe jenes Dorfes Ballata, die gerade von Professor Sellin, auf Kosten des deutschen Kaisers und der Wiener Akademie, ausgegraben werden. Ich habe Glück und treffe einen Leiter der Ausgrabungen, sonst hätte ich mich in dem Gewirr der Trümmer schwerlich zurecht gefunden. Man will -nicht das ganze Sichern ausgraben, sondern nur Stichproben machen. Die Einzelfunde, die leider schon zum Transport verpackt und mir -nicht zugänglich sind, deuten auf vier verschiedene Schichten: oben die griechische, darunter die jüdische, ihr folgt die altisraelitisch» und dann, ganz unten die kanaanäische Siedelung. Zwischen der dritten und «irrten liegt eine Brandschtcht, sie rührt wohl von der Eroberung -des Landes durch die Israeliten her, wenn uns von der auch im Buche Iofua nichts berichtet wird. Ein Straßenzug mit einem zweistückigen Hause, eine Treppe oder treppenartige Straße, ein schmaler Hauseingang erinnern an heutige Ltädtebilder Palästinas. Im kanaairäischen. Sichern fand man sogar einen Teil der alten Mauern und an einer Stelle drei hintereinanderliegende Tore, deren Aeußeres von- .zwei Türmen flankiert ist und deutlich an beiden Leitenpfosten die Vertiefungen für die.Riegel aufweist. Die Ruinen von Sichern machen mir Lustauch das alte Samaria -zu besuchen.. Wir. wollen ja ohnedies nach der Bahnstation