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Blau-Weiss-Blätter · 1916-08-01 · 2 (8.1916) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
2 (8.1916)
Date
1916-08-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Nrohend über der Stadt erhebt, während der Garisim überall mit Gras bewachsen scheint. Die Bevölkerung von Nablus wird in den Reisebüchern als fanatisch bezeichnet, und als wir beide uns zu Fuß den ersten Däusern der Stadt nähern, steht wirklich schon eine Horde Jungen bereit, uns mit Steinwürfen festlich zu empfangen. Aber es genügt, daß wir L>uf fie zugehen und sie streng ansehen, und ein Stein nach dem andern -fällt schüchtern zu Boden. In einem italienischen Hospiz finden wir für ein paar Nächte freundliche Aufnahme. Am nächsten Morgen um fünf besteigen wir den Lbal. wir hofften von seinem Gipfel, der sich bis 940 Meter erhebt, die Lonne aufgehen zu sehen und einen weiten Blick über Nordpalästina zu ge> meßen. Schmale, kaum betretene Pfade führen bald hinauf, bald hinab, zwischen Aakteengärten bleibt Nablus malerisch hinter uns liegen, aber schon nach ein paar hundert Metern Steigung, es war Ende April, begann es zu regnen, und bald geraten wir mitten in Molken hinein. Der Fluch des Lbal hatte uns doch getroffen. Dafür lachte uns am Nachmittag der Segen des Garisim. Lin halbes Stündchen östlich von Nablus, bei dem Gertchen Ballata, begann der steile Aufstieg auf einem Saumpfad, hoch neben uns weidet eine Herde Pferde und Maulesel, es ist kaum glaublich, wie sie die höhe hinaufklettern. Gben auf dem Gipfel steht ein mittelalterlicher Turm, von dem wir weit hinaus instand schauen: der Garisim ist fast so hoch wie der Lbal. Der hermon freilich liegt im Dunst. Aber nach Dsten, jenseits der Landstraße, die wir gestern gefahren sind, liegt das Iordantal; zwischen zwei Bergen hindurch, an den Ausläufern des Gebirges Lfraim, blicken wir auf dieses und' das Land Gilead. Die höhe des Garisim war einst besiedelt; aus verfallenen Zisternen pflücken wir nicht ohne Anstrengung leuchtende Alpenveilchen und geheimnisvoll im Düstern heranfschimmernde Äalla« blüten. Die Ruinen eines großen Gebäudes locken uns, eine Apsis ist deutlich erkennbar, ist» eine niittelalterliche Atrche oder etwa gar ein alljüdisches Versammlungshaus? Irgendwo hier oben hat am Ende gar — mir fällt es erst später ein — der Tempel der Samaritaner gestanden, den nach des Iosefus Bericht Lanballat erbaut, um gegen den Jerusalemer Tempel zu protestieren. Wir wandern dann den! längen Bergrücken entlang'zurück auf Nablus zu, an sich drängenden Schafherden vorbei, dir hier ln ejner Lteinhürde wohl tagender monatelang bleiben. Endlich haben wir unser Ziel vor uns'; tief unten liegt Nablus»; Eine schön - eingefaßte Quelle? mit Wasser«

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