Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 2 (8.1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Las sie sorgfältig unter ihren Sitz gestellt haben. Bald wird uns der Inhalt gezeigt, ein Vogelbauer mit einem Zeisig. Das arme Tierchen ist seit elf fahren ihr ständiger Reisebegleiter gewesen. Voll Begeisterung teilen sie uns mit: He has seen the midnight sun (et hat die Mitternachtsonne gesehen!) Aopffchüttelnd fragen wir sie, warum sie sich denn damit Herumschleppen. Aber sie verstehen unsere Verwunderung kaum und antworten einfach: beeause we love bim (weil wir ihn lieb haben). Wenn das, kein ausgewachsener Spleen ist! So fahren wir denn die alt« Straße über dar Gebirge Ephraim gegen Norden, hier irgendwo muß Abraham entlang gezogen sein, als er seinen Neffen Lot aus der Hand feiner Feinde befreien wollte, hier träumte Jacob von der Himmelsleiter, die die Engel hinauf und hinabstisgen, hier zogen Judas Heere, wenn sie mit Israel Damaskus bekämpften, hier wurden die Juden als Gefangene nach Babylon geführt, hier zog herodes mit feinem Gefolge von Galiläa nach Jerusalem, als er sich vor hyrkan verantworten sollte. In riesigen Windungen führt die Straße, sodaß wir absteigen und Richtwege bergauf nehmen können. Eine Stunde lang fahren wir durch prächtige Delbaumpflanzungen. Man sieht, wie dieses Ralkgebirge ausgenutzt werden kann, sowie nur ein wenig Waffer vorhanden ist. Freilich, der Gelbanm ist ein genügsamer Geselle. Es braucht nichts als die Berge zu terrassieren, und Terrassen wurden seit undenklicher Zeit im Lande angelegt, sicher auch schon von den Juden, als hier im übrigen noch echte, rechte Wälder standen. Die Getreidefelder find aber hier nicht besser, als überall bei den Arabern. Sie kennen nur ganz primitive Bebauung des Badens und find mit spärlichsten Ergebnissen zufrieden.. An einem Thän rasten wir eine Stunde, nicht um unseretwillen, sondern der Pferde wegen: aber eine Stunde Schlaf im Grase tut auch mir gut. Am Nachmittage tauchen allmählich die Berge Sainarias auf, wir suchen lange den Ebal. Endlich liegt «r steil vor uns, während wir am Garifim rechts entlang fahren. Ein Stündchen vor Nablus liegt der Bir Iakub, der Jacobsbrunnen; unsere Australierinnen müssen natürlich hinunter, um ja nichts an Sehenswürdigkeiten zu versäumen und eingehend die heilige Stätte zu betrachten. Wir steigen auch aus und gehen zu Fuß, den Ebal zur Rechten, den Garifim zur 'Linken'auf Nablus zu. hier also wurde einst Fluch und Segen über Israel ausgesprochen^ Ich hatte geglaubt, daß sich das unmittelbar' im Tharakter der Berge ausdrücken würde, aber vorläufig kann ich einen f» großen Unterschied nicht bemerken, nur.- daß einestarre- Felswand des Ebal fich wie