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Blau-Weiss-Blätter · 1916-08-01 · 2 (8.1916) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
2 (8.1916)
Date
1916-08-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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traten auf, sodaß wohl 50 Pfund zusammen kamen. Natürlich konnten wir dev Führerschaft nicht nur Aartoffeln vorsetzen. Wir gingen als» einkaufen. Mit guten Ratschlägen, einem großen Wäschekorb - und einem Zettel, auf dem die Namen der Fressalienhändler standen, zogen wir ins Dorf. Erfolglos; Ähne Karten konnten wir nichts bekommen» Zm Gemeindeamt, das wegen des Feiertages leer stand, war auch nichts zu holen. Aber schließlich mußte doch die Führerschaft ihr Mittagessen haben, und so machten wir UNS auf den Weg zum Gemeindevorsteher. Glücklicherweise war er zu Hause. ' Wir setzten also unsere ernstesten Gesichter auf und erzählten von Kriegszeit, von erfteulicher Zugendwanderung, von bedauerlichem Mangel an Lebensmitteln . . . und erhielten wirklich einen Schein, der die Lockwitzer Gewerbetreibenden ermächtigte, der „Zugendwan» derung aus Berlin" Gemüse, Nudeln usw. ohne Karte zu verkaufen. Wir waren glücklich und zogen los. Mit \5 pfd. Nudeln, H pfd. Erbsen, einigen Kilo Zucker, Salz und anderen Zutaten gingst nach Haufe. . Nun begann das Kochen. Leider waren die Kartoffeln, die aufgesetzt worden waren, noch nicht gar, sodaß wir diese zwei Töpfe nicht frei bekommen konnten. Zch baute jetzt einen langen, schmalen Herd aus umherliegenden Backsteinen und machte darin Feuer an, das durch eifriges pusten denn auch guten Zug bekam. Erst war er nur für 5 Töpfe eingerichtet; das reichte aber nicht aus für unsere Wirt» -schüft; wir mußten weitere drei aufsetzen. Nun hieß es den Herd verlängern, die Nudeln kosten, das Feuer neu anblasen. Beim besten Willen konnte einer allein das alles nicht machen. Also wurden Auf» jeher und Vberaufseher für das Kochen und Feuern ernannt. Außerdem kam an jeden Topf ein Mädel zum rühren und zwei Zungens zum anfaffen und tzochheben. Die Schwierigkeiten eines solchen Massen» betriebes waren groß. So liefen drei Zungens andauernd hin und her, in jeder Hand «ine Konservenbüchse, um darin Wasser zu holen; Töpfe halten wir ja keine übrig. Zu allen» Unglück, fing es noch an zu regnen. Das nasse Holz qualmte so, daß die Mädels die kurzen Kellen zum rühren nicht mehr gebrauchen konnten., Unsere Augen tränten, und der Regen lief uns ständig über das Gesicht herunter^. Mitten im' Rauch mußten wir auf alles aufpaffen, das Feuer weiter anblasen, schreien, man solle doch nicht mit den nassen Schuhen das trockene Holz zertrampeln und Aochtopfdeckel nicht immer auf die falsche Seite legenl'! Mittendurch kam auch mal jemand von der hohen Führer» schast und erkundigte sich angelegentlichst nach dem Essen. Zch ant»

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