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Blau-Weiss-Blätter · 1916-08-01 · 2 (8.1916) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
2 (8.1916)
Date
1916-08-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der Abend, der dieser Sitzung folgte, war das Eindrucksvollste -an der ganzen Tagung, vielleicht weil er unvorbereitet war und fo ganz rein unserer Stimmung Ausdruck gab. — Auf dem Hügel, der zu unserem Grundstück gehörte, brannte ein großes Feuer und wir olle lagerten ringsherum. Die Stimmung, die diesen Abend beherrschte war von vornherein feierlich und weihevoll. Ueber uns war der Himmel klar und noch hell, und das Feuer in unserer Mitte knisterte und sprühte. Liner nach dem andern ließ seine klare Stimme in den stillen Abend hinein ertönen. Ich glaube, daß uns in dieser Nacht -die Singenden wirklich ihr Bestes und Tiefstes gaben, weil über uns ollen eine große einheitliche Stimmung war. Aber das eigentlich Ueberwältigende war das letzte Lied Nothmann's. Ls ist unmöglich, den Lindruck zu beschreiben, den sein Gesang hinterließ. Und die darauffolgende, ganz von der Begeisterung des Augenblicks getragene. -Rede Karl Glafer's ließ uns alle bewußt werden, was dieser Tag für immer im Leben des Blau-Weiß und in unserem eigenen Leben bedeutete. In dieser weihevollen Stimmung schloß der Abend und -damit der Bundestag. Das Ergebnis, das der Bundestag für den Blau-Weiß gebracht!hat, scheint mir hauptsächlich die Lrkenntnis zu sein, daß der Blau- Weiß-Gedanke wirklich stark genug ist, die jüdisch« Jugend zur Tat, zum endlichen Sichaufraffen zu begeistern. Bei dem nächsten Blau-Weiß-Tag werdet Ihr alle hoffentlich habei sein und das, was ich euch hier nur skizzieren konnte, selbst mit» -erleben. Schaloml Wie die Führerschaft gespeist wurde Vben auf der Terrasse tagte die Führerschaft. Unten im Hof -und in der Fabrik war alles leer. Die Züge und Gruppen waren -auf Fahrt, um die Sitzung nicht zu stören; nur etwa zwanzig Blau- Weiße waren geblieben. Daher war es ziemlich ruhig, freilich auch ziemlich langweilig. Da kamen so gegen s0 Uhr Ludwig Aron und Mari« Davidsohn von der Terrasse herunter und fragten, ob wir das Mittagessen für die Führerschaft besorgen wollten. Natürlich wollten, wir! / '.. > , Vj; . . , , , : : , , — , - Zunächst brauchten wir Kartoffeln. Die Ausgabestelle war geschloffen; irgendwer wanderte mit dem Schlüssel in der Tasche in der Sächsischen Schweiz herum Schließlich gaben, einige Kölner Und Mannheimer von ihren Vorräten 30 Pfund ab, weitere Wohltäter > .32 .

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