Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 1 (6.1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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schernd. Der Denenleich. Weiß-schwarze Wildenten kreisen über ihm und schreien eigentümlich dabei. Ueberatt ist es lebendig. Lerchen steigen trillernd auf. Zn der Luft singt's und summt's. Auch wir jubeln im Stillen: „So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling!" Gar zu oft setzte der April seinen willen durch, und Frau Sonne mußte sich zurückziehen. Kamen wir dann manchmal durch ein Gehölz und unter unseren Füßen raschelte das gelbe Laub, guckten wir uns oft fragend an: herbst oder Frühling? —- War man dann wieder auf der Landstraße, und es hatte pch hell geregnet, waren alle Zweifel verschwunden. Die Tropfen an den Zweigen glitzern, funkeln, zittern und fallen. Die nassen Gräser blinken im Sonnenschein. Ueber uns am Himmel ein tiefblaues Viereck, dahinter gewaltige weiße Ballen wie Eisberge. Auf der anderen Seite — dunkelgrau, hellgrau. Mit munterem Gesang, roten Backen und zerzausten haaren ziehen wir in's Dorf ein, wo unser Nachtquartier bestellt ist. Die Sonne sinkt schnell, und wir wollten sie doch so gern untergehen sehen (das heißt mit gefülltem Magen und ohne Rucksack). Kein Gasthof Wagner weit und breit, wir gucken und gucken. Die Sonne sagt beinahe schon: Gute Nacht. Gasthof Wagner? Keine Spur. Wirtraben weiter. G, du unendlich langes Dorf GrSnwald! Endlich am Ziel! Aber Fran Sonne ist zur Ruhe gegangen. Durch einen Regenguß, der gegen unser Fenster trommelte, wurden wir am nächsten Morgen aufgeweckt. Nicht durch die Sonne, wie wir gehofft hatten. Als wir das Fenster öffnen, streckt eine mächtige Kastanie ihre regenfeuchten Zweige in unsere Behausung, was war das für kaltes Wetterl Rasch die Bude wieder zugemacht l wir auf der Landstraße. Der Wind saust uns um den Kopf. Frau Sonne zeigte sich heute weniger freigebig als gestern. In einem Wald haben wir eine Kletterpartie veranstaltet. Natürlich der Not gehorchend, weil wir sonst in der Falle gesessen hätten. An einem Zaun ist allerdings der „sterbliche Rest" eines gewissen blauen Kleides hängen geblieben. Die sumpfige Umgegend Trittaus haben wir dann auch noch genügend kennen gelernt. Gräben gab's da zu überspringen. Line von uns geriet mit ihren Füßen, die Ln nagelneuen braunen Wasserstiefeln steckten. Ln das geheimnis» volle Reich der Nixen. Sie setzte sich dabei aber ganz gemütlich auf einen Baum» stamm, der in der Mitte lag. — Schließlich langten wir wieder bei Trittau an, waren also schön im Kreis gelaufen. Für alles Unheil entschädigten uns die wiesen, die mit Primeln über» sät waren, wir konnten uns an der goldenen Pracht nicht satt sehen. — — — „Hamburg, harrptbahnhofl" Der schöne Traum ist vorbei! wir danken dir lieber Frühling! Hamburg Paula Goldschmtdt Im Landheim ZwölfZungens unseres zweiten Zuges mit ihrem Führer haben jetzt, neun Tage im neuen heim gehaust. Vas Häuschen liegt fast einsam oben auf einer höhe des Agger» tales. Nur zwei Familien sind unsere Nachbarn. Man ist f» weit' I«