Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 1 (6.1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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weg da oben von allem Trubel und Verkehr, so schön allein und ungestört. Und wenn einer mal vor Freud und Lust laut aufjauchzt, idann schaut ihn kein Dörfler verständnislos an, höchstens das Echo kann es hören in den Bergen, oder eine Kuh muht ihm Antwort . . . Bei schönem Wetter legt er sich auf die wiese vors heim und läßt sich die Sonne ins Gesicht scheinen oder schaut ins Tal hinab, wo die Agger fließt, wo ein Dörfchen mit roten Dächern am Berge hängt, wohin sich auch manchmal ein Bähnchen verirrt und sich dann schrecklich wichtig tut mit vielem Dampf und lautem Gebimmel. wenn's aber regnet, so setzt er sich ins heim, und da ist's gemütlich. Zunächst haben wir mal zwei richtige Stockwerke. Unten ist die Küche, das Wohnzimmer und die „gute Stube"; oben sind die Schlafräume. Die Einrichtung ist zweckmäßig und einfach. Allerdings gibt's in der „guten Stube" sogar einen Teppich und einen Schaukelsiuhl. Aber keineswegs bekomint das Ganze dadurch etwa großstädtischen Anstrich. In der Kriegszeit ist es keine Kleinigkeit, dreizehn kräftige Burschen neun Tage lang zu verpflegen. Und doch gelang uns das glänzend. Das ist hauptsächlich unserm unübertrefflichen Koch zu danken, der Suppen und Gemüse aus der Erde stampfte, der mit den Primitivsten Mitteln die herrlichsten Gerichte herstellte und z. B. aus Brenneffeln ein Gemüse machte, das uns besser schmeckte als bei Muttem der Spinat. Morgens mußten natürlich alle arbeiten: der eine hatte di« Strohsäcke auszuklopfen, der die Stube zu putzen, der zu schälen, ein anderer mußte im nächsten Grt Einkäufe machen. vorm Mittagessen setzte sich dann alles um den großen Tisch im Wohnzimmer und sah sehnsüchtig nach der Tür, wo dann schließlich auch der Koch, mit großen hallo empfangen, mit schwitzendem Kopf und einem riesigen Topfe erschien. Und bald war alles still, nur der Asch erzählte uns beim Essen von neuen Feinheiten, die er heraus gefunden. So müßte Heute die Suppe nach Kalbfleisch schmecken. — Zwar hatte nur mal ein lebendes Kälbchen aus Nachbars Stall in den Topf geguckt. Aber was! Es schmeckte wirklich nach Kalbfleisch . . . . Der April hat uns übel mitgespielt. wenn es beim Essen gutes Wetter war und lachender Sonnenschein ,uns in die Teller schaute und wir »ns gerade einen schönen »7