Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1916-06-01 · 1 (6.1916) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
1 (6.1916)
Date
1916-06-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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^^mag* ^»M - >«W^'‘ ^Ms 'Tfc^' - ' kl«^'~ ' M>»'^ WW^'^~ Maifahrt Der Tag war schön. lieber Heidelberg lag ein fröhlich blauet Himmel ausgebreitet. Unten im Tal glitzerte der Neckar, und rechts und links schauten die Berge sehnsüchtig in die Weite. Ueberall Lonne, so wie es nur einmal im Jahr eine Lonne gibt, wenn der Glieder blüht und feine Rosenknospen zu leben beginnen; wenn sich Träume in die Menschenseele schleichen und neue, große Hoffnungen in ihr erwachen. Froh und stark macht uns die Natur und wir fühlen: der Frühling kündet den» Leid und dem Rümmer den Krieg. Und er wird siegen, denn die Sonne ist mit ihm, und mit ihr ist ein Heer von Amseln, Kukuken, Weisen und Nachtigallen; alle werden mit ihr gemeinsam zu Felde ziehen gegen das Leid im UleuschenherM.- Weiler oben in den Bergen da bricht die Lonne nur manchmal durch die Bäume, ganz kurz nur, als wollte sie uns necken; und sie sieht uns und freut sich an dem glücklich-frohen Lied, das wir singen. Ja, können wir denn anders als froh sein, wenn wir Lebensmut und Freude an allem Schönen haben? Wir sind jung und voll sehnsüchtiger Hoffnungen. Wir haben den festen Glauben an ein „Großes"; den brauchen wir, denn der Zweifel tötet alles Große und macht kraftlos. — Aber unser Glaube bringt znm Leben und zur Sonne und macht heimliche Kräfte in uns frei.- Gin Strauß Ginster steht neben mir, und wie mein Auge auf ihn fällt, denke ich daran, wie wir gegen Abend auf der Wiese lagen und Gänseblümlein pflückten. Und als wir mitten darin mal aufschauten, da strich die Sonne über die Steinwände hinweg und verwandelte die gelben Blüte»» des Ginsters dort oben in reines Gold. Da sind wir 'raufgeklettert und haben uns mühsain ein paar Stengel geholt, um ein kleines Stückchen der großen Natur daheim in unser Zimmer zu zaubern. Mannheim Roselhilb

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