Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 1 (6.1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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Von Safeb kommt auch der Moschiach. In Merom, der Grabstätte Rabbi Amon bar Iochais, steht sein Thron in einen Fels gehauen, dessen Spitze, alle Berge überragend, weit in den Himmel hineinreicht. Ringsherum um die Stadt liegen die Gräber der Weisen und Großen Israels, deren Andenken noch so lebendig im Volke ist, daß man zu ihnen geht mit allen Sorgen, mit jedem Rümmer und der Gewißheit, daß diese Toten, dank ihrer Werke, ihres großen Lebens, Fürsprecher bei Gott find für die armen, lebenden Brüder. Ls war im Jahre l9W schon kurz vor Lhanukah und noch immer fiel kein Regen. Immer noch strahlte die Sonne, immer noch hoben sich die schwarzen, langgestreckten Bergeskelten scharf von dem blauen Himmel ab. Die Erde, die bereits gepflügt worden war, wartete auf Regen, daß fie den Sainen empfange und Frucht gebe zur rechten Zeit. Die Quellen, die um diese Zeit fröhlich plätschernd dahinsprudelten, rieselteu langsam und träge tief drinnen im Herzen -er Berge. Und das Wasser in den Zisternen ging zur Neige. Montag und Donnerstag, die Fasttage der Woche, die nur noch von den Allerfrömmsten gehalten wurden, sie galten jetzt für die ganze Gemeinde in Safed. Und Tag für Tag wurde Tehillim gesagt. Der Regen fiel nichts Die Wasserbehälter waren leer, bis auf einige ganz große, die tüchtigen Hausverwalterinnen gehörten, die auch zur Zeit der Fülle sparsam mit diesem kostbaren Naß umgegangen waren. In dieses Wasser mußte Alaun hineingetan werden, damit es sich kläre und gekocht werden konnte. Schon lange hatte man die großen Abwaschungen von Haus und Hof, die in jedem Hause an jedem Freitag vorgenommen wurden, einstellen müssen. Und der Schrei nach Wasser erschallte im ganzen Lande, von überall brachte man die Runde, daß die Menschen und die Natur nach Regen lechzten und vergehen müßten, wenn Gott sich nicht erbarme. Und es war wieder an einem Donnerstag. Tiefbetrübt wanderten Scharen von Männern, Frauen und Rindern am stützen Morgen in die Synagogen. Vergebens hatte man nach den Ruppen der Berge geschaut, kein Wölkchen wollte sie etnhüllen. Da hörte man plötzlich den Pauker in der Straße, die „Alesmer" und dazwischen die durchdringende Stimme eines arabischen Ausrufers. Alles stürzte auf die Dächer, guckte hinunter auf die Straße. Ls war ein Magisiratsbeamter, der einen Befehl vom Raimakam ansrief: „Alle sollten sofort die Läden schließen, hinaufziehen zu den Gräbern und uM Regen bitten. Lin Fasttag sei der heutige Tag für alle." Und dieser