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Blau-Weiss-Blätter · 1916-06-01 · 1 (6.1916) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
1 (6.1916)
Date
1916-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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aus ferner Vorzeit, von Not und Sklaverei, von Wundern und glück« lich erkämpfter Freiheit. Leider nimmt aber immer alles dann ein Ende, wenn es am schönsten ist. Unser lieber Gast mußte eher aufbrechen, als uns allen lieb war, na und dann war es halt auch vorbei. Aber noch fiel es niemandem ein, schon nachhause zu gehen und einstimmig wurde der Vorschlag angenommen, eine kleine Nachtwandernng zum Lchloßberg zu machen, der außerhalb der Stadt liegt. Draußen weit von den Häusern der Stadt entfernt, ging's dann noch hoch her, ein bißchen übermütig zwar, aber doch schön — und mit. Scherz und Lied verklang dann unser Festtag in der Stille der Mitternacht I Teplitz'Schönau Nata Schneider Lin Erlebnis in Lafed*) Safed, die Stadt Vbergaliläas, liegt hoch oben auf einem Kalksteinberge, ringshernin gleich einer Festung von Gebirgsketten eingeschloffen. Aeine Eisenbahn führt da hinauf, kein Weg ist so breit, daß es dem Reisenden gestattet wäre, die Fahrt im Wagen zurückzulegen. Wer nach Safed will und gleicherzeit einen Eindruck von dem Tharakter dieser ganzen Gegend gewinnen will, muß sich sechs Stunden lang von einem Maulesel oder Pferd tragen kaffen. Safed lebt wie ein Einsiedler, fernab von dem Getriebe der Städte in Judäa und Samaria, weiß nichts von einem neu emporwachsenden Geschlecht in den Kolonien. Einsam schaut es von seiner höhe auf das ganze Land. Das Auge schweift von dem Karmel hinüber nach den schneebedeckten Gipfeln des hermon, nach dem Gebirge jenseits des Jordan bis zum hauran und den Anfängen der judäischen Berge. Es grüßt den Merom- und Kinersth-Sse, den Tabor und weiter führt uns dis Phantasie den Jordan entlang über Jerusalem hinweg bis zum Toten Meer. Diese» Schauen und Umfassen, diese» Instchaufnehmen des ganzen Landes gibt dieser Stadt die Kraft zu stolzer Linfiedelei. Sie hielt Zwiesprache mit'der Natur, sie vertiefte sich in ihre Geheimniffe, fie umgab fich mit einer hülle von Mystik, hier erreichte die Kabbala ihren Höhepunkt. Jeder Stein, jeder Fels erzählt uns eine Geschichte. •) Aus „Treue*, eine jüdische Sammelschrift»heransgegebe«von Leo Herrmann (Jüdischer Verlag, Berlin I-t«).'

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