Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1916-04-01 · 6 (4.1916) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
6 (4.1916)
Date
1916-04-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Gegensatz zu diesem stillen Winterabend mit seinen Gestalten im Wald und seiner namenlosen Weite hier draußen! Nnd das Lied zog zu uns, so jung und füllte den stillen Raum und lief und hallte wieder im Wald. , Bei uns im Stadtheim hängt ein Bild. Ihr kennt es doch alle: Eine weiße Fläche und eine dunkle Blaffe von Gestalten. Iudengesichter, traurig und bärtig und herb. Iudengestalten, gebückt und müde im langen Aaftan. Und der Schnee zieht vor ihnen her. Und eine unsichtbare Knute steht hinter ihnen, in entsetzlicher Grausamkeit. Und das Leid zieht so durch den Schnee und das Leid betet leise — „Schema Israel" —. Schnee! um uns, überall! Und von irgendwo tont ein Lied und verklingt. — „Unsre Bahn ist frei — —" Habt Blut! Ihr Juden aus dem Golus! Seht, wir gehen jung und aufrecht in den Abend hinein, durch den leuchtenden Schnee! Und morgen in der Frühe wird die Sonne aufgehen. Mannheim Lläre Wohlgemuth II. Es ist vielleicht die Fahrt, die von allen Blau-weißfahrten die älteste Tradition hat, von der ich jetzt erzählen will. Sonst ging es immer nach Petzer, aber in diesem Jahre hat der Krieg für uns Wanderer die deutsch-österreichische Grenze so gut wie gesperrt. Deshalb suchten wir uns Ouartier in Groß Jfer bei Flinsberg. Buntgestaltet wie immer war auch diesmal die Horde. Da war zunächst die Ortsgruppe Troffen des Breslauer Blau-Weiß, unser Ltti, auf den Petzerfahrten der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht, nur nicht wenn er stierte aber oft sogar auch dann. Auch Berlin war wieder vertreten, leider nur durch einen Mann. Prag hatte eine Abordnung geschickt, und den Grundstock bildeten wir, die Gastgeber, die Breslauer Blau-Weißen. Groß<Jser ist seiner Lage nach beinahe so geeignet wie Petzer für unseren winteraufenthalt. wir wohnten in der Dorfmühle. Die Backstube halten wir uns, indem wir ihre Schäden durch gelbes Tuch und einen gelben Vorhang verdeckten, zum wohn- und Eßzimmer eingerichtet. Im übrigen hausten wir in zwei Hausern und vier Schlafzimmern, von denen das eine sogar heizbar war. Groß- Iser hat sehr große Skiwiesen, von denen wir nur bedauerten, daß sie nicht beschneit waren, und liegt fast am Anfang der großen Rodelbahn nach Flinsberg, die leider oft versandet war. Aber es war doch herrlich schön. Und wir haben doch noch eine Skiwiese gefunden, und auch den Rodlern gelang es, ihren Schlitten m

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