Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 6 (4.1916)
- Date
- 1916-04-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Um die Schutzhütte tanzen die Flocken! huschen, tanzen, daß einem schwindlig werden will, wenn man immer zu ihnen hinsieht. Wenn wir gerastet haben, gehts wieder hinaus in den Schnee. Wir wollen uns warm laufen! „Wißt Ihr was, wir bauen einen Schneemann!" Die Handschuhe in die Tasche gesteckt, und unser Werk beginnt. Wir bauen ihn gemeinsam auf. „Seht doch, wie er stattlich wird!" Und wir haben ihn alle lieb, diesen kühlen Selbstgeschaffenen. Jeder will ihm etwas anderes zu Gefallen tun. Lin Tannenzweig wird gerupft, die Nadeln geben die Haare ab! Zwei verkohlte Holzstückchen, die Augen. Ein langer Mantel, an dem zwar nur di« Knöpfe markiert sind, schmückt ihn. „Der Schnurrbart, und ach, diese Nase!" Er ist schön und vollendet. Und wir fassen uns an den fänden und führen einen frohen Tanz um ihn auf. Ehe wir aufbrechen, setzen wir uns noch eine Weile am’s Feuer, in die Hütte. Es werden Schneegeschichten erzählt. Hört mal, das sind schöne, vergängliche Geschichten. Und von draußen schaut der Schneemann zu uns herin und lächelt manchmal wehmütig. Und dann find wir fortgezogen und der Schneemann sah uns mit einem Geficht nach, das sah ganz weinerlich aus. Die verfinkende Sonne schickte nur noch an manchen Stellen großes wunderbares Flimmern über den Schnee. Dann ging fie groß und mächtig in tiefem Purpur noch eine Weile langsam am Himmel hin, zog leise graue, liladnrchwirkte Gewänder um fich, winkte noch einmal uns, die wir uns an ihrem Aufgang gefreut, schob aber dann hastig dünne Schleier immer dichter vor fich. Der Weg ging eine Weile immer am Walde entlang und -rinnen im Wald gingen die Schatten breit und schwarz und draußen über die große weiße Fläche liefen fie flinker und heller. Dann war der Himmel immer dunkler geworden und der Schnee leuchtete weiß und bleich, als große helle Unendlichkeit vor uns her. Im Wald gingen große dunkle Schatten. Die Buben, di« «in Stück vor uns gingen, sahen in dem weißen Schnee aus wie lebendige Silhouetten. Da begannen fie ein kied zu fingen. Irgend ein frohes Wanderlied. Das zog zu uns über die fahle Fläche und war ganz der