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Blau-Weiss-Blätter · 1916-04-01 · 6 (4.1916) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
6 (4.1916)
Date
1916-04-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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ihnen Widerstand leisten würden. In der Nähe raffelte es wie die Schuppen eines Harnischs, die sich aneinander rieben. Joab schnellte empor, dann dröhnte der Boden von dumpfem Fall. Die drei krochen weiter. Lin dichtes Gebüsch nahm sie auf. Sie harrten und lauschten und spähten hinunter zu den zahlreichen Feuern, an denen Bewaffnete auf und niedergingen. Lin schwerer Dust stieg zu ihnen empor von Balsam und Myrrhen, ein Schreien und Jauchzen aus blütenüberdeckten Gebüschen, der scharfe Geruch und das wilde Schnauben der Pferde, die von ägyptischen Buben be. wacht des Tages harrten, an dem sie an der Deichsel eiserner Sichelwagen über die Leiber schreiender Feinde Hinwegrasen würden. Brennrote Rosen im haar huschten vom Feuer ins Dunkel, phönizische Tänzerinnen; goldene Ringe klirrten an ihren Ghren und zierliche Retten an ihren Füßchen; sie sangen und trällerten und wanden sich im Areise der Arieger wie glitzernde Schlangen, schön und gefährlich. Aus weinrauhen Rehlen stiegen gröhlen-e Lieder, aus goldenen Bechern, Jakobs Gotte entwendet, perlte des Weines Uebersiuß auf lyrischen Purpur und auf die köstlichen Teppiche, die sonst die Zelte jlldäischer Fürsten schmückten. Jetzt klang schallendes Lachen, lauter Jubel Trunkener: Gefangene trieb man herbei, israelitische Mädchen, schmucklos mit zerfetzten Gewändern; um bleiche Gesichter, die der Widerschein der Feuer kaum rötete, hing blauschwarzes haar, Blut klebte an ihren Wangen, die sie mit scharfen Nägeln zerriffen hatten, ihren Reiz zu bergen. Täppische Hände griffen nach ihnen, Spott und hohn und haß einten sich zu betäubendem Thor: „Singt uns ein Lied Lures Gottes, daß er Luch schütze, fingt uns ein Lied von Saul, Ihr Töchter Lphraims, daß er Luch rette!" Ioab hielt's nicht länger; Blut stieg ihm ins Antlitz, er, der Verbannte, fühlte sich eins mit seinem gedemütigten Volke, das ihn haßte, und dessen brennende Schmach er doch empfand, wie die eigene. Lr durchbrach die raschelnden Zweige — ein Regen von Blüten hüllte ihn ein — und sprang mitten unter die Feinde. Ls wich der Lärm dem lähmenden Schreck; dann begann eine wilde Flucht; durch sterbende Feuer hasteten stolpernde Füße, und jetzt mehrten schrille Schreie, den Mord der Wache kündend, die Verwirrung. Schon schöpfte Asahel das köstliche Naß, schon mahnte Ioab zum Rückzug, da begann der Feind, der indes seinen Schrecken verwunden, allüberall anzudrängen. Wohl schlug Ioabin grimmiger Lust Bresche in den tanzen-

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