Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 5 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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seelt, freie, natürliche Menschen und Juden zu werden. Und als uns Dr. 5 i m o it schlicht und einfach und begeisternd von jenen Melden erzählte, die für ihr Judentum furchtlos den Kampf ausgenommen hatten gegen übermächtige Leinde, den Makkabäern, da schien uns das alles nicht wie eine Erzählung aus längst vergangenen Zeiten, sondern wir fühlten mit, denn wir kennen ja selbst Helden, junge, schöne, liebe Menschen, die furchtlos und stolz draußen im Kampf stehn. Als dann die Chanukah-Hymne durch unser kleines Zimmer brauste, da glaubte jeder einzelne von uns ihrer glückverheißenden Botschaft. Und das war das Schönste! Hans Feibelmann München, wir hatten eine sehr gut gelungene Chanukahfeier, bei der man trotz des Krieges einen allgemeinen Fortschritt in unserm „Blau-Weiß" er» kennen konnte. — Auf den Vorschlag unserer Wandrerin Tina Ehrlich hin, benutzten wir unsere Heimabende, um für arme Kinder Kleidungsstücke zu nähen und zu häkeln, die wir nach Warschau schickten. Die Fahrten und Heimabende sind gut besucht. Durchschnittlich wandern 50 bis eo Kinder an einem Sonntag, wir haben eine Schigruppe eingerichtet, mit der wir eine feine sechstägige Fahrt ins Gebirge nach Bayrischzell machten. Stemmbögen können alle schon wie geschmiert und bei einigen geht's sogar schon ein bifferl mit dem Telemark. — Daß uns die Liederbuchkommission als Stiefkind behandelt hat, tat uns sehr leid; denn wir haben droben in den Bergen den Sennen viel Schönes abgelauscht und hätten das gerne dem ganzen „Blau-Weiß" zugute kommen lassen, (wenn ich recht unterrichtet bin, hat die Liederbuchkommission ihr Versehen inzwischen wieder gutgemacht. M. R.) Unser Führerschaftsgast Alex Wetzlar und unser Wanderer Stiefelzieher wurden zu Leutnants befördert. Neu eingezogen wurde unser Wanderer M e ch l o w i tz. M. F e u ch t w a n g e r Frag. Frische Arbeitsfreude gab allen unsere Lhanukahfeier, die, verbünden mit einer Nachtfahrt, in einem Dorfe bei Prag stattfand. An 50 Jungen und s Mädels waren hinausgezogen. Line Aufführung von „Esther", exotische Szenen, biblische Stücke in Versen und Bildern, wechselten in bunter Folge. Nach dem Lichteranzünden brachten die Mädels den Jungen Geschenke. Das nächste Lhanu- - kahfest hoffen wir zuversichtlich mit allen im Felde Stehenden feiern zu können . für Heuer mußten sie sich bloß mit Lhanukahpaketen begnügen. — Auch sie alle beteiligten sich in hohem Maße an der Kriegslandspende, die wir zu Ehren unseres unvergeßlichen Leo Bloch begonnen haben; sie erreichte bereits 200 K. Das Leben im Wanderbund hat. dank der Neuordnung der Züge, wieder . ein normales Bild angenommen; es wird regelmäßig gewandert. Zu Weihnachten waren fast alle Züge auf mehrtägigen Fahrten in Nordböhmen. Durch die Anwesenheit von Vertretern der Bünde Wien. Teplrtz, Budweis' Reichenberg und Linz in Prag hatten wir Gelegenheit, die Zusammenfassung der österreichischen Bünde durch gründliche Aussprache anzubahnen und andere, wichtige Fragen zu erörtern. Der Beitritt zum „Reichsbund der Jugendorganisationen Oesterreichs" ist bereits vollzogen. — von unseren zu tzt Eingezogenen ist Erwin Lederer als Kadett-Aspirant ns Feld abgegangen. Fritz Guttmann wurde im Feld zum Zan..Kadetten, Fritz Fisch! zum Zugführer befördert. Karl Weidmann ist Kadett-Aspirant,