Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 5 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Lauten- und Mandolinenspieler hat sich ansehnlich vermehrt, doch gibt es noch genug Instrumente, die mehr zum Zierrat mitgenommen werden. Unser Siegfried Schlesinger hat eine Postkarte für uns entworfen, die wirschon haben drucken lasten. Alfred Meyer Das „Ereignis" in den verflossenen Monaten war unsere Lhanukahfeier am 5. Dezember, auf die wir uns schon Wochen vorher gefreut hatten. Etwa zweihundert Fremde waren zu uns gekommen und freuten stch mit uns des Lichterglanzes der Menorah, die von altem jüdischen Heldenmut kündete und mit ihrem Schein über der festlichen Freude unserer Jungens und Mädels leuchtete. Und wir alle waren stolz darauf, den Elter,» und den anderen von unserem wollen erzählen zu können, von dem Streben danach, ein neues, stolzes und freies jüdisches Geschlecht zu schaffen, naturfreuhige und judentumsfrohe Menschen heranzuziehen. Und man verstand uns und fand Gefallen an der Verbindung, die wir schufen zwischen Feiwel, Bialik und Frenssen, zwischen jüdischen Freiheitsliedern und deutschen Minneliedern, zwischen Iudenstolz und der Freude an deutscher Heimaterde. So ward unsere Lhanukah-Feier für uns alle im Blauweiß etwas Kostbares, das wir wohl nur einmal im Jahr erleben, das aber in vielen Wirkungen lange in uns nachhallt und uns Schwung und Arbeitsfreudigkeit gibt, bis unsere Freunde aus dem Felde wiederkehren und mit uns die Arbeit in verdoppeltem Schaffensdrang wiederaufnehmen. ~ Es besuchten uns auf Urlaub: Martin Gottgetreu, der gerade zur Feier zurecht kam und uns da „Burlala", „Sonne und Regen" und manches andere Schöne sang; ferner Leo Joel, den wir auch hier anläßlich seiner Beförderung zum Leutnant herzlich beglückwünschen. Und dann noch Sally Traubermann aus Danzig und des öfteren auf kürzere Zeit Artur Joel, der in solchen Fällen immer fleißig milwandert. — Zu Lhanukah sandten wir unseren Soldaten manches Gute, an Geistigem u. a. die Erez-Israel- Broschüre. In die Führerschaft wurde als Hilfsführerin Trudel Jacob aufgenommen. IsaacSchwabacher ttelpzig. Am 29. November wurde uns unsere liebe Wanderschwester Liddy Kalb durch den Tod entriffen. Die verewigte hat sich durch ihr offenes liebenswürdiges Wesen und treue Kameradschaft unser aller Sympathie und Freundschaft erworben und damit ein immer bleibendes Andenken geschaffen. — wie bisher waren wir jeden Sonntag auf Fahrt. Nur war die Beteiligung nicht so zufriedenstellend, da wir in den letzten Wochen ungünstiges Wetter hatten und dies viele Mädels abschreckte. Dagegen läßt die Beteiligung der Wandrerinnen und Wanderer des Kinderzuges an den Fahrten nichts zu wünschen übrig. So kamen auf der letzten Fahrt bei strömendem Regen 22 Kinder mit. Lotte Lehrfreund Mannheim, wenig hat sich bei uns geändert, seit ich zum letzten Male berichtet habe. — Au unserer größten Freude sind die beiden Kahns für einen tapferen Lrkundigungsgang in Frankreich mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Auch von unseren übrigen Freunden im Felde hören wir Gutes. Zu Lhanukah haben sie alle Pakete bekommen, zu denen jeder Blau-Weiße seinen Anteil beigesteuert hat. — Auch wir Daheimgebliebenen haben Lhanukah festlich begangen. Im Stadtheim fand eine stimmungsvolle Leier statt. Sie war ein Ausdruck des Ernstes unserer Zeit, aber auch des festen Willens, der uns alle be-