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Blau-Weiss-Blätter · 1916-02-01 · 5 (2.1916) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
5 (2.1916)
Date
1916-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Aameraden Schritt halten können in der „Blau-Weiß"-Bewegung, in -der wir auf ständige Nachzügler nicht auf die Dauer Rücksicht nehmen können, so wenig, wie das beim Wandern möglich ist. Ihr -alle — und besonders ihr älteren Wanderer und Wandrerinnen, die ihr schon selbst ein wenig über eure Zeit verfügen könnt — ihr müßt an unseren Rursen teilnehmen und selbst lernen, wo noch keine Rurs« «ingerichtet werden konnten. Ich weiß, daß auch euch häufig äußere Schwierigkeiten im Wege stehen. Aber wo ein Wille ist, da ist auch «in Weg! Auf den Willen freilich, den festen Willen, -nicht nur anzufangen, sondern bis zum Ziele dnrchzuhalten, kommt es an. Gedichte von Saul Tschernichowsky findet ihr in den letzten Heften der „Blau-Weiß"-Blätter, und bald werdet ihr einen anderen hebräischen Dichter unserer Zeit kennen lernen, Thaim Nachman B i a l i k. perlen unserer hebräischen Poesie werden euch vorgelegt; an euch ist es, ihre Schönheit zu erkennen. M. R. Saul Tschernichowsky Dieser Dichter von Iung-Iuda nimmt einen ganz besonderen Platz in der hebräischen Literatur ein. Mit Recht kann er als der Schöpfer einer ganz neuen Richtung in der neu-hebräischen Poesie betrachtet werden. Man kann fie kurz mit den Worten Lebensfreude, Liebe, Aesthetik, Naturschwärmerei bezeichnen. Tschernichowsky, der «inzige moderne jüdische Dichter, der nicht aus dem Ghetto stammt, hat in seinen Rinderjahren keinen Theder besucht und hat in seiner Jugend in keinem Beth-Hamidrasch und in keiner Ieschibah gesessen. Er hat von Iudenschmerz nichts gewußt und ist von der Iudennot in seinem Schaffen nicht beeinflußt worden. Tschernichowsky ist im Jahre 1878 in dem Dorfe Michailowka unter dem wunderbaren Himmel der Krim im Hause einer jüdischen Rolonistenfamilie geboren. Schon als Rnabe legte er außergewöhnliche Fähigkeiten an den Tag. Seinen Litern war es nicht möglich, «hm in der russisch-tatarischen Umgebung, durchsetzt von karaitischen Elementen, in der sie sich befanden, eine richtige jüdische Erziehung zuteil werden zu lassen. Zuin Glück aber verirrte sich eines Tages ein guter hebräischer Lehrer aus Littauen nach Michailowka, der dem kleinen Saul eine warme Liebe zum Th’nach, zum Volk der Bibel und zur heiligen Sprache einflößte. Mit zwölf Jahren schrieb er schon hebräische Gedichte, in denen er die schöne Natur seiner Heimat verherrlichte. Mit fünfzehn Jahren

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