Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1916-02-01 · 5 (2.1916) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
5 (2.1916)
Date
1916-02-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2425321-3181698-3181703--0471-3182292
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

beide mit Punktation gedruckt, sehr leicht zu lesen, (allerdings mit Wörterbuch), oder ihr könnt anfangen die Bibel zu lesen. Von den vielen Ausgaben wird sich für euch am besten die von Aeyserling (Verlag Jakob Brandeis, Prag) eignen, denn fie besitzt ein Wörter, buch und grammatikalische Erläuterungen, wodurch die Lektüre leicht und gleichzeitig sehr lehrreich wird. Diese Ausgabe ist entschieden den vielen im Handel vorkommenden Ausgaben der heiligen Schrift mit gegenüberstehender deutscher Uebersetzung vorzuziehen, denn fast alle diese Uebersetzungen sind poetischer Natur und halten sich demzufolge nicht genau an den Wortlaut. Ist euer Wortschatz dann recht groß geworden und sitzen die Formen der Grammatik schon recht fest, dann empfehle ich euch die Lektüre eines modernen Theaterstückes, B. Ibsens „Nora" in der Uebersetzung David Frischmanns (Jüdischer Verlag, Ul 1,20). Lest euch zuerst eine deutsche Ausgabe des Dramas durch (zu 20 Pf. in Reclams Universalbibliothek) und nehmt dann die hebräische Ausgabe vor, so lernt ihr auf die bequemste und ange» nehmste Weise hebräische Konversation und einen guten hebräischen Stil. Die Hauptsache bleibt für jeden, der einmal den Anfang über» wunden hat, — und der ist gerade im Gegensatz zum Sprichwort beim Sprachenlernen leicht, das Forlsetzen und Aushalten aber schwer, — recht viel zu lesen und nach Ulöglichkeit viel zu sprechen. Ich glaube euch nun zur Genüge erzählt zu haben, wie und mit welchen Ulitteln man hebräisch lernen kann. Sie anzuwenden und aus den Ratschlägen Nutzen zu ziehen ist nun an euch. Freilich, eines habe ich euch nicht geben können: die Zähigkeit, die Beharr» lichkeit, den eisernen Willen, der in euch leben soll, die alte, ewigneue Sprache unseres Volkes auch in euch zu neuem Leben zu erwecken. Denkt stets daran, daß unsere Sprache das Kostbarste ist, was uns von der einstigen Größe unseres Volkes geblieben ist; sie zu neuem Leben nach langem Schlafe zu erwecken, das liegt an uns, der Jugend des jüdischen Stammes. Der Blüte des jüdischen Volkes, der jüdischen Jugend in Erez Israel, ist die hebräische Sprache nichts Totes mehr; in ihr spricht, singt und spielt fie, Daß sie auch uns lebendig werde, sei unser Ziel, und Wille. Prag Alex Feig * Nachwort. Die Worte von Alex Feig werden hoffentlich ihre Wirkung nicht verfehlen; zunächst auf alle, die bisher überhaupt noch nicht hebräisch lernen. Sie werden sich beeilen müffen, den Anfang damit zu machen, sonst werden sie bald nicht mehr mit ihren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.