Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 5 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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graphie. Um euch besonders die hebräischen Worte gut'einzuprägen und den einmal gewonnenen Wortschatz stets bei der Hand zu haben, empfehle ich euch, jedes gelernte Wort in ein Notizbuch mit alphabetischem Index einzutragen und zwar nicht nach den Anfangsbuchstaben -er hebräischen, sondern nach denen der deutschen Worte geordnet; das hat den Vorteil, daß ihr euch so selbst ein deutsch-hebräisches Wörterbuch anlegt, was umso nützlicher ist, als im Buchhandel noch kein solches existiert. habt ihr das gemeinsame Studium nun auf diese Weise einige Zeit betrieben, werdet ihr merkliche Fortschritte sehen. Ich habe einst diese Methode mit großen» Erfolg im Englischen mit zwei Mitschülern versucht. Wir haben soviel gelernt, daß wir nicht nur in der Schule stets die anerkannt „ersten" Engländer waren, sondern daß such heute noch, wo ich Englisch sehr viel in meinem Beruf verwende, nteine Kenntnisse dieser Sprache zum großen Teil von jenen gemeinsamen und systematisch betriebenen Studien stammen. Freilich waren wir von geradezu drakonischer Streng« gegen unsere Fehler und Nachlässigkeiten; wir hatten eine Büchse bei unseren Zusammenkünften aufgestellt, in die für jedes Zuspätkommen, für jeden Fehler Ln den Aufgaben ohne Erbarmen ein Arenzer geworfen werden mußte. Von diesem Geld sind wir damals recht oft ins Theater gegangen sBlau-Weiß gabs zu jener Zeit noch nicht, sonst wäre das Geld der Wanderkasse zugute gekommen, was ich euch einpfehlen möchte). Ich kann euch daher dieses gemeinsame Arbeiten »rach dem Rath'schen Buche aus eigener Erfahrung recht eindringlich anraten, da es sich gerade hierzu sehr gut eignet. Um euer Interesse stets wachzuhalten, nehmt auch mal ein anderes Buch vor, so etwa das früher fast ausschließlich verwendete „Reschith limude sfath ewer“ von Grasowsky, das nach der bekannten Berlitzmethode verfaßt ist und den Vorzug besitzt, eine große Anzahl unpunkliert gedruckter Texte zu enthalten. Solche sollt ihr frühzeitig anfangen zu lesen, weil ja die meisten hebräischen prosawerke, alle Zeitungen und Zeitschriften auf diese Weise gedruckt sind. Das Lesen dieser unpunktierten Texte hat schon manchem Hebräischbesiissenen harte Nüsse zu knacken aufgegeben, aber mit «in bischen Eifer und rechtzeitiger Uebung ist auch diese gar nicht so große Aunst zu lernen. Wer schon recht weit vorgeschritten ist, der kann sich an die Lektüre einer der kleinen vom galizischen Lehrerverband herausgegebenen Erzählungen wage», „ttakomediab" oder „Mdimion haam“.