Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1915-12-01 · 4 (12.1915) · page 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
4 (12.1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2425321-3181698-3181702--0456-3182276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Langsam, ganz langsam entschwindet der schöne Mittagsaufenthalt. So wandern wir bis zum Nachmittag. Lin See ist unser Ziel. Mir rasten. Er sieht so fremd und doch nicht fremd aus. Gibt es in Palästina auch solche Seen? Unb der Sohn eines Kolonisten antwortet. Und seine Antwort wird ein Bild. Strich auf Strich zeichnet er. Jetzt ist er zu Ende. Lin eigentümliches Leuchten in unseren Augen. Sehnsucht. Leise rauscht das Rohr. Kleine Mellen plätschern gleichmäßig an das Ufer. Als wir später auf die Landstraße kamen, nahm uns ein freundlicher Kutscher ein Stück Weges mit. Der tziinmel färbte sich allmählich ganz rot. Selbst die Lrde sah rot, fast blutend aus. Dann wurde es plötzlich ganz dunkel. Die Bäume nahmen Gestalten an. Gespensterhaft leuchteten die Birken aus dem Dunkel hervor. Wir gingen längs dem Gleise. Lin Zug fuhr vorüber Lr zeigte uns das für heute vergessene. Lr brachte Soldaten von einer Front zur andern. Kriegt Weiße Lichter blitzten auf. Die Station. Zuletzt, als wir in Berlin auf dem Bahnhof standen und uns beim Weggehen „Schalom" zuriefen, stand in jedem Gesicht: „ein schöner Tag I" Berlin Harry Jacobson Line militärische Fahrt Treffpunkt war der Dammtorbahnhof. Daß. unser Führer wert heim wegen einer schon wieder geheilten Verwundung von der Front beurlaubt war und milkam und daß heute seit drei Wochen zum ersten Mal wieder gewandert wurde (denn die Feiertage lagen dazwischen), beides trug dazu bei, daß sich eine ziemlich große Schar von Blau-Weißen zur festgesetzten Stunde hier versammelte. # Line halbe Stunde' später waren wir in Blankenese, wo wir beschlossen, uns zu trennen; eine Abteilung unter wertheims Führung sollte unmittelbar auf Riffen zugehen, das als Treffpunkt bestimmt wurde, während die andere unter Schwabachers Führung auf eiuem Umwege dorthin gelangen sollte. Trotz besagten Umweges gelang es dieser Abteilung durch einen kräftigen „Klotzmit einer verhältnismäßig geringen Verspätung mit der bereits wartenden anderen Gruppe zusammenzutreffen. Dann ging es zusammen weiter, mit Gesang und Plaudern durch Heide, wiesen und Wald. Plötzlih ein militärisches Kommando: „Rucksäcke ab. In zwei Gliedern angetreten. Vordermann nehmen." wir ahnen, daß wertherm jetzt eine kleine militärische Uebung veranstalten will, wozu sich der Platz, auf drei Seiten durch Gehölz, auf der vierten durch einen von Gebüsch gedeckten Graben eingeschloffen, auch vorzüglich eignet. Wertheim gibt den Gefechtsplan an, eine Patrouille wird abgeschickt, eine weitere mit einer Meldung an diese. Wertheim zeigt uns, ob die Patrouillen es richtig oder verkehrt machen. Nachdem sie zurückgekehrt sind und Meldung erstattet haben, heißt es: „Erstes Glied in Schützenkette mit vier Schritt Abstand ausschwärmen l" Ls wurde angenommen, in dem gegenüberliegenden Gehölz befände sich der Feind, und wir hätten den Befehl bekommen, ihn hieraus zu vertreiben, „vorwärts marsch". Die erste Gruppe strebt im Takte 3« .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.