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Blau-Weiss-Blätter · 1915-09-01 · 3 (9.1915) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
3 (9.1915)
Date
1915-09-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Fahrt in die Heide *) Den Wohlklang in der Aehle, die Zither in der Hand, den Frieden in der Seele so zogen wir dreizehn in das Land mit der freudigsten Erwartung im Herzen, was uns diese zwei Tage wohl bringen würden. Zn Buchholz verließen wir die Eisenbahn, und bald waren wir dem Schwarm entronnen und marschierten in den jungen Morgen hinein. Tannen« und Aiefernschonungen wechselten mit frischgrünen Wiesen, mit hellilablühenden, Aartoffeläckern und wispernden Haferfeldern, und bald erreichten wir Seppensen, nachdem wir einen schwierigen Flußübergang vollbracht hatten. Die guten Reden des Seppen« jener Auhhirten und seine Aühe begleiteten uns ein kleines Stück auf der dortigen Landstraße, dann sahen wir die sehr idyllische alte Seppsnsener Mühle mit ihrem Mühlenrad im kühlen Grunde der Steinbeck vor uns liegen. — Ein feiner Regen fickerte auf uns hernieder und bestäubte auch die Ebereschenbäume mit ihren brennendroten, leuchtenden Beerendolden, die zu beiden Seiten unseren Weg begrenzten. Zm Westen blickten wir auf das tiefliegende Tal der Seeve, deren Ufer von tiefgrünen Laubbäumen, die sich zu neigen schienen, einge» faßt waren. Gegen Mittag wollten wir uns mit unseren Zungens treffen. Die Zeit war jetzo da, der Grt war auch da, denn wir hatten mittlerweile „Hütten" erreicht, und unser Auge grüßte den lieblichen Weselbach, aber die Zungens waren nicht da. — Tiefe Enttäuschung im Herzen zogen wir weiter, aber fort war alles Erdenleid, als sich uns nun nach einer Wegbiequng die Heide in ihrer hübschen Farbenpracht zeigte. Zn den Falten ihres herrlichen Sommerkleides schimmerte es zwar noch etwas dunkel, aber der Grundton war doch das entzückende Hellrot unserer Heidekrautblüten, und der weiße Heidesand knirschte unter unseren Füßen. Mitten jn dieser Weite unter ein paar einsamen Tannen machten wir mittags Rast und harrten der Zungens, die da kommen sollten! *) Einer von den Jungen, Aarl Hirschfeld, hat mir auch einen Bericht über diese Zweitagesfahrt eingesandt. Lr schreibt — und die Hamburger Mädels werden gewiß zufrieden sein, wenn sie das lesen: — „Am besten gefielen mir die Stunden, die wir mit den Mädels zusammen verbrachten, wir fühlten so recht unsere Zusammengehörigkeit. Die Mädels waren ganz anders, als ich fie mir »orgestellt habe, viel lustiger und frischer; es waren eben richtige „Blau-Weiß- Mädels.«

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