Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 3 (9.1915)
- Date
- 1915-09-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2425321-3181698-3181701--0417-3182236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
(Es wird dereinst der Friede schnell vertreiben bei uns des Krieges Ungemach und Wunden. Ihr aber blieb ein Zeichen dieser Stunden, denn graues haar wird immer graues bleiben. Ich glaub', wenn wir der Mutter einst begegnen, wir werden auf die Knie finken muffen, in Demut ihre grauen Strähnen küffen: „<D Mutter, sieh! Mir half dein treues Segnen! Laß deine Hände küffen, deine weißen, oh, süße Mutter, laß mich dies dir sagen: Auch du hast diesen schweren Krieg geschlagen, so laß mich dich die größte Heldin heißen!" Feldbriefe I. Unser Berliner Bund erhielt aus dem Felde folgenden Brief: Liebe Blau-Weißes Vor längerer Zeit erhielt ich zur Erinnerung an den Gründungstag unseres lieben „Blau-weiß" eine Mappe mit Bildern. Die Widmung, die den Bildern voranstand, die Bilder selbst, die ich alle sehr schön fand und die mir in ihrer Auswahl die angenehmsten Gedanken an den „Blau-Weiß" erweckten, haben mich außerordentlich erfreut, und ich sage allen Spendern des schönen Geschenks meinen besten Dank. Zuerst den Gruppen und Zügen, dann der Führerschaft, besonders unserer lieben, sehr verdienten Ruth Neufeld, und nicht zuletzt dem Zeichner des Titelblattes, Herrn Brauer. Ls ist mir von verschiedenen Seiten berichtet worden, daß der Berliner Blau-Weiß blüht und gedeiht. Möge es so bleiben! Ich rufe euch allen zu: Arbeitet rüstig weiter an der Gesunderhaltung der jüdischen Jugend und traget Sorge, daß euer Herz immer auf dem rechten Fleck fitze. wenn das so ist, wenn die jüdische Jugend ihr Herz sprechen läßt, dann wird sie, wenn einst große Aufgaben an die heutigen Jungen herantreten, nicht versagen und stolz an die Seite derer treten können, die in diesen Tagen ihre Kraft und ihr Leben für ihre Gemeinschaft einsetzen. Mit jüdischem Wandergruß Dr. Adalbert Sachs Nordfrankreich, den 13. August J9|5 Oberarzt d. Res. a. D. II. Liebe Vl*rr-Weitz-! wenn man in der Abenddämmerung in langen schweigsamen Zügen durch die endlosen Laufgräben, die eines Mannes Breite haben, wieder nach vorn in die Schützengräben zieht, dann ist man recht zum Sinnen aufgelegt und läßt die äußeren Eindrücke stärker auf fich wirken als sonst. Die Phantasie findet links und rechts des Weges reichlichen Stoff; hier ist's ein einsames Soldatengrab mit einem durchs-