Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 2 (7.1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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auf Schlag schlugen Granaten, Schrapnells und Brandbomben bei der gegnerischen Stellung ein, ein unaufhörliches, rasendes Schnellfeuer von zahllosen Batterien. Wie die schweren 2tcm-Granaten einschlugen, sodaß die Erde turmhoch kegelförmig emporschlug wie eine Rauchwolke, und wie links neben uns, wo die Gesterreicher angriffen, die Granaten der 30,5-cm-Motorbatterien brüllend durch die Lust jagten, — das kann man nicht mehr vergessen. Und das merkwürdige dabei war, daß die Russen das Feuer nicht erwiderten. Rein Schuß fiel von drüben, sodaß wir in der Hauptstellung der Beschießung, wie einen, Schauspiel vom ersten Range eines Theaters aus, Zusehen konnten. Um g Uhr steigerte sich das Feuer zur höchsten Heftigkeit, zum sogenannten „Trommelfeuer", so geheißen, weil die Schläge so schnell wie ein Trommelwirbel aufeinander folgen, halbrechts vorne brannte das große Petroleumreservoir bei Gorliee, überall flammende Hausgiebel. Punkt 9 Uhr 58 begann der Sturm, gleichzeitig verlegte die Artillerie einen Teil des Feuers nach hinten, um das heremkommen feindlicher Reserven zu verhindern. Sofort zeigte es sich, daß die feindliche Stellung doch nicht so erschüttert war, wie man vorausgesetzt hatte. Fast unmittelbar, nachdem die erste und dritte Welle aus den, Graben hervorgebrochen waren, setzte das feindliche Infanterie- und U^aschinengewehrfeuer ein und nun meldete sich auch die russische Artillerie mit Schrapnells. So brach die erste Welle noch vor der„ersten fei ndlichen Stellung zulammen. Um \0 Uhr \o traten wir als vierte Welle an. Von der Hauptstellung aus gingen wir zunächst durch einen Wald vor; dann sollten wir die Sturmstellung überschreiten, darauf — über den Eisenbahndamm hinweg — den Feind aus seiner Waldhöhe werfen und schließlich den Berg hinaufstürrnen, um die Hinteren Stellungen zu gewinnen. Ich sollte mit den, linfen Flügel meines Auges auf die linke Ecke des ersten Wäldchens losgehen. Anfangs ging alles gut. Wir durchschritten den ersten Wald im Schrapnell- und Infanteriefeuer, aber ohne Verluste, und machten darauf noch einmal in der Slurmprjlung halt. Von hier brach die Kompagnie gleichzeitig wieder hervor, und nun gerieten wir in ein furchtbares Gewehr- und ZXla* schinengewehrfeuer. Wir mußten jetzt einen Abhang hinunter und dann beim Eisenbahndamm wieder hinauf. Ich sah, daß der Angriff vorne stockte, alles lag an, Boden, und ich gewann sogleich den Lin- Kxuck, -aß weiteres Vorgehen zunächst unmöglich war. Ich ließ also den Aug sich hinlegen und sah gerade noch, wie ein paar Schritt neben mir mein stellvertretender Zugführer, ein Unteroffizierfiel.