Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 2 (7.1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jungen mal ernst sein könnten. Jeder Zugführer konnte sich seinen Zug zusammenftellen, wie er wollte, und da stellte ich in meinem Zug den Freund neben den Freund, hielt auch eine kleine Rede und appellierte an das Ehrgefühl jedes Einzelnen, daß er nicht zurückbleibe. Am Abend brannten wieder die Biwakfeuer und dann fangen sie — viele zum letzten Male — ihre Lieder! Um \0 Uhr brachen wir auf, denn wir sollten um { Uhr das dritte Bataillon in der Stellung ablosen, das seinerseits für den Angriff in Regimentsreserve zurücktreten sollte. In den vorderen Graben, die Sturmstellung, sollte die 5. und 6. Kompagnie, in den Hinteren Graben, die Hauptstellung, sollte die 7. und 8. Kompagnie einrücken. Beim Sturm sollten je eine Hälfte der 5. und 6. Kompagnie als erste Welle, unmittelbar darauf die zweiten Hälften als zweite Welle Vorgehen. Gleichzeitig mit der ersten sollte die dritte Welle, die 7. Kompagnie von der Hinteren Stellung aus vorbrechen, die 8. Kompagnie sollte als vierte Welle erst auf Befehl des Bataillons antreten. Jede Hintere Welle sollte die vorderen Wellen, falls sie gebrochen würden, wieder mit sich vorreißen. In gleicher Weife sollte sich der Angriff auf der ganzen, sehr breiten Front vollziehen, derart, daß jedem Regiment ein bestimmter Abschnitt zur Eroberung zugewiesen war. Um ein Uhr nachts waren wir an unseren Plätzen, und bald war es so hell, daß man das Gelände übersehen konnte. Vor uns, die wir in der hanptstellung auf einer höhe lagen, üu Tale die eigeneSturmpellung, drüben wiederum auf einerhöhe der erste feindlicheSchützengraben. Von uns bis zur Sturmstellung 500 Meter, weiter bis zum Feind 700 Meter, im ganzen also eine Strecke von l200 Metern, über die der Angriff vorzutragen war. Die kurzen Entfernungen in Frankreich find ja für das tägliche Leben weniger angenehm^ haben aber den Vorzug, daß der Angreifer in die erste Stellung oft überraschend, ohne große Verluste, gelangen kann, weil der Verteidiger so schnell garnicht zum Schuß kommt. Aber hier ^200 Meter! Das war bedenklich. Punkt 6 Uhr morgens begann die Artillerie, die die ganze Nacht hindurch schon sparsam geschossen hatte, mit dem eigentlichen Sturmschießen, der artilleristischen Vorbereitung des Sturmes, ohne die ein Gelingen ausgeschlossen ist. Mit einem. Schlage brach aus der ganzen Front eine geradezu furchtbares Granatengehenl los. Der Anblick der Beschießung war überwältigend, unvergeßlich. Schlag st