Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 2 (7.1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3m Sturmangriff bei Gorlice (Aus einem Feldbrief von Felix Rofenblüth) Aattowitz, 5. 5 \9\5. . . . Also, wie gesagt, der Held hat seine Wunde weg, mein Blut hat die galizische Erde getränkt, ich habe eine Schlacht von sicherlich großer Bedeutung schlagen helfen und bin mit Ruhm bedeckt heimgeköhrt. Eine unbeschreiblich langsame Eisenbahnfahrt hat uns in nicht weniger als 36 Stunden von NewSandec bis Kattowitz geschleppt, und nun liege ich hier im Krankenhaus, frei von Schmerzen, in einem Saale mit lauter Verwundeten, und habe im taufe von kaum drei Stunden drei Butterstullen und zwei Glaser Milch hinunterwürgen muffen. Gestern durch die Brust geschoffen — heute schon auf stolzen Rossen! Vielmehr durch den linken Fuß! Das Geschoß ist durch den hacken hinein und wieder hinausgegangen und ist dann durch den Absatz des Stiefels aufgehalten, in der Naht zwischen Seitenleder und Absatz stcckengeblieben, hat diese Naht dabei noch erheblich aufgeriffen. Im Stiefel selbst steht man die leere Mantelhülle, wahrend das Blei, nach vorn ausgetreten, aus der Naht herausfieht. Und das kam so! Ich schrieb Dir, daß wir biwakierten. Der Biwakplatz war bei £> . . . 8 km hinter der Front, die von Norden, DOM Einstuß des Dunajez in die Weichsel, sich nach Süden bis zu den Karpathen hin erstreckte. Am Sonnabend wurde der Kompagnie bekannt gegeben, daß das Regiment . . ., das l- und 2. Bataillon in vorderster tinie, am Sonntag \0 Uhr vormittags die russischen hohenstellungen nordwestlich von Gorlice zu erstürmen hatte. Die Gesamtlage war schon in den letzten Tagen klar geworden. Eme große neue Armee sollte unter dem Oberbefehl Mackensens die wepgalizifche Front, die seit Dezember im wesentlichen unverändert war, durchbrechen. Es scheint, daß die Ansammlung der Armee hinter der bisher ziemlich schwachen österreichischen Front, ebenso wie die Ablösung der Oesterreicher in fast allen ihren Stellungen durch deutsche Truppen dem Feinde verborgen geblieben ist. Wir sollten also stürmen, einen Angriff auf starkbefestigte Schützengräben machen, sollten einen Höhepunkt des soldatischen kebens ge« nießen, etwas erleben, was selbst in diese,n langen Kriege keineswegs alle oder auch nur die meisten erlebt hätten. Daß der Kampf Opfer kosten würde, war klar, und so war die Stimmung am Sonnabend ernst, fast feierlich. Ich wunderte mich, daß auch diese Berliner rs