Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 9 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der „Scheinangriff" (zum KriegssxLel vom 3*. Januar) Unser Kriegsplan war fein ansgedacht. Unsere Nordarmee hatte die Festung Stolpe nach riesigen Umgehungsmärschen vom Norden her zu stürmen, wahrend unsere Südarmee zur selben Zeit vom Süden her angreifen sollte, von der Nordarmer wurde eine Patrouille von [0 Mann abgescdickt, die den Feind östlich der Festung beunruhigen und ihn über die wahre Stellung der Armee täuschen sollte. Sie hatte einen Scheinangriff auszuführen und sollte sich opfern, um den Umgehungsmarsch der Nordarmee zu ermöglichen. Unter fröhlichen Zurufen der Andern (glückliches Wiedersehen im Massengrabe!) rückte diese dem Tode geweihte Schar unter Führung von General F. ab. Bald darauf wurde eine vorgeschobene Feldwache der Feinde (7 Mann) aufgehoben. Doch weiter ging es im Laufschritt. Ungesehen gelangte die Patrouille in die Nähe von Stolpe, um jetzt den Scheinangriff zu wagen. Lin vorausgesandter Kundschafter stellte eine Abteilung von {5 Mann fest. Ls war dies die Hauptarmes des Feindes, der sich durch Absendung zahlreicher Patrouillen sehr geschwächt hatte. Ohne Zögern griff General F. mit seinen |0 Mann an und siegle in einem Kampfe auf Leben und Tod. Die feindliche Armee war geschlagen und völlig aufgerieben, während die „Scheinarmee" nur zwei Mann verloren hatte. Bald darauf rückten unsere Armeen, deren Vereinigung inzwischen vollzogen war, Lm Sturme an. Freude und Schmerz zugleich sah man auf den Gesichtern der Jungen denn jeder hätte gern seinen Matkabäermut bewiesen —, als ihnen die versprengten Reste der feindlichen Armee gehorsamst meldeten, daß ihre Hauptmacht bereits geschlagen sei. Der „Scheinangriff" war zum Angriff geworden; zehn Mann hatten die ganze feindliche Armee besiegt und die Festung genommen. Berlin Herbert Auerbach Aus der Bewegung I. Mitteilung«»» de» Vundesleitung Archiv. Die Arbeit für das Bundesarchiv hat begonnen und schon manch interessantes Dokument aus den ersten Tagen unseres Bundes ans Licht gebracht, lvir richten noch einmal die dringende Bitte an alle Wanderbünde (Mitglieder, Führer, Mander er): Sendet alles, was ihr an älteren Blau-Weiß-Blättern, Fahrtenzetteln, Zirkularen, sonstigen Drucksachen des Blau-Weiß besitzt, unverzüglich an Grete Brauer, Lichtenberg b. Berlin, Rsederstr. 60. Liederbuch. Die Kommission für die 2. Auflage des Blau. Weiß-Liederbuches hat ihre Arbeit soweit gefördert, daß sie demnächst den, Entwurf des neuen Liederbuches an die Wanderbünde versenden wird, denen zu neuen Vorschlägen auf der Grundlage dieses Entwurfes wiederum eine angemessene Frist gewährt sein wird. Vorschläge, die in dem Neuentwurf vor seiner Versendung noch Berücksichtigung 2{