Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 9 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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um uns schön geschwungene Hügel. Nun ging es fast ohne Weg über Geröll aufwärts, bald wurde es so steil) daß wir ein Stückchen absteigen mußten und hinter den Pferden hergingen. Etwa um 8 waren wir auf dem Aamm des Hermon angelangt. Von der Aus- . ficht ist es schwer, einen Begriff zu geben. Westlich von uns hatten wir den Libanon, östlich die Ebene von Damaskus. Das schönste und für uns Nordländer überraschendste waren auch hier wieder, wie immer im Lüden, die Farben. Der Libanon strahlte in einem rötlich-violetten Licht, die Ebene von Damaskus lag wie von einem blau-grünen Schleier bedeckt da, hinter uns, gen Lüden konnten wir nach Palästina hineinblicken, leider, da es etwas dunstig war, nur über Galiläa; unmittelbar vor uns, im Norden, lag die Hermonkuppe, stell, mll Felsen und Lchneefeldern bedeckt. Vor dem Lchnee hatten unsere Pferde zuerst Angst, aber sie mußten hindurch, wenn fie auch ab und zu einmal mit den Füßen ziemlich tief einsanken. Oben wehte ein heftiger Wind, und wir waren froh, den Lweater mitgenommen zu haben. Allmählich wurde es für die Pferde zu anstrengend, fie wurden vor einem großen Lchneefeld an einer windgeschützten Ltelle zurückgelassen, und wir wanderten zu Fuß weiter. Der Weg durch den Lchnee wurde sehr anstrengend, die Aussicht aber immer umfassender. Leider war es schon sehr spät. Als wir etwa 2600 Bieter hoch waren, bekam ich heftiges Herzklopfen und da ich mich wegen des Fiebers doch etwas schonen mußte, suchte ich mir eine geschützte Ltelle aus, legte mich in der Lonne schlafen und ließ die andern weitergehen bis zum Gipfel. Lo ist mir die Aussicht nach Norden, auf den Antilibanon, leider entgangen. Aber was ich gesehen habe, war so schön, daß ich das garnicht so sehr bedauere. Nach etwa 2 Stunden kamen die andern zurück. Ich wurde munter und — war völlig gesund, ich hatte mein Fieber durch ein paar Ltunden Höhenluft glänzend ausgeheilt. Nach einer Blittagsrast ging es wieder bergab; das war anstrengender als der Weg hinauf, und am späten Nachmittag waren wir' wieder bei unserem Scheich. In „unser" Zimmer dursten wir nicht gehen) da saßen gerade die Damen des Hauses mit ihren Freundinnen und dursten sich natürlich vor den Herren nicht sehen lassen. Wir blieben also unten. Ein Diener machte ein kleines Feuer und röstete uns Raffse. Dann nahm er ein großes Gefäß, eine Art Mörser, und zerstampfte die Bohnen, — es kamen wieder die Verwandten des Scheichs, und uns wurde Aaffee gereicht. Dann hieß es, daß die Damen das Zimmer verlassen hätten, und wir gingen hinauf. Oben wurde uns das Abend»