Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 9 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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brot serviert, auf einem niedrigen Tischchen, während wir auf dem Boden saßen. Es gab Reissuppe, Spiegeleier und saure Milch, natürlich ohne Teller! Dazu arabisches Brot, das find ganz dünne Fladen, rund wie ein Eierkuchen, aber zehnmal so groß. Dr. Badt hatte am Tage vorher geglaubt, es seien Tücher für den Tisch oder Unterlagen für den Sitz, und war aufs höchste überrascht, als ein Araber diese schöne Decke einfach entzwei riß, die Fetzen zusammen rollte, als Löffel benutzte und in den Mund steckte. Vir -machten es jetzt ruhig ebenso und wissen nun wenigstens, woher unsere Maroth ihre runde Form haben. Am nächsten Morgen gab, es noch eine kleine Teebewirtung und einen zärtlichen Abschied, natürlich durften wir nicht einen Pfennig bezahlen. Auf Anraten unseres Führers nahmen wir unsere Notizbücher vor und schrieben uns den Namen unseres Wirtes auf, zürn Zeichen, daß wir ihn nicht vergessen wollen, und daß wir entzückt seien, bei ihm gewesen zu sein. Dann ging es zunächst wieder denselben Weg hinab, den wir gekommen waren, später aber quer über die Vorberge des Hermoil. Der Duft, der gerade an diesem Morgen von den Viesen ausging, war beinahe unheimlich, — ich habe schon manche Julinachmittage auf Alpenwiesen verträumt, aber so etwas niemals erlebt. Ich war in ganz wörtlichem Zinne berauscht und konnte die schwere Süße nur mit Mühe ertragen. Der Veg selbst war reich an schönen Ausblicken, aber das schönste kam zuletzt, denn plötzlich, ohne daß wir überhaupt vorher etwas davon hatten ahnen können, nachdem unser Blick noch eben über scheinbar weite Flächen streifen konnte, lag ein ziemlich tiefes Tal vor uns, die Schlucht des Hasbani, eine der Hauptquelleu des Jordan, der eingebettet in Veißpappeln und wildblühenden Gleander über Steinblöcke in der Tiefe rauschte. Solche Ueberraschungen erlebten wir gerade in dieser Gegend öfter. Vie mir scheint, besteht sie im ganzen aus zertrümmertem Basaltgestein, an einzelnen Stellen aber ist das vielleicht ursprüngliche, weichere Aalkgestein sichtbar, und hier hat sich der Fluß ein tiefes Bett graben können. Vir waren reichlich müde, stiegen hinunter und nahmen in dem kalten Gebirgswaffer ein wunderbar erfrischendes Bad, vielleicht eine Stunde lang. Es war herrlich, sich nackt an so einen Felsblock zu legen und die natürlichen Duschen über sich hinwegbrausen zu lassen. Bevor wir aüfbrachen, bot sich uns noch ein schönes Bild: die Mädchen und Frauen stiegen, die Tsnkrüge auf dem Aopfe, die Höhe hinab und