Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 9 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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frei aufzunehmen. Er war außerdem mit unserem Führer persönlich bekannt, und so hatten wir keine Not. Er ist augenscheinlich ein wohlhabender Mann mit einem modernen Hause. Das Zimmer, in das wir geführt wurden, im ersten Stock, hatte seidene Sophas und einen prächtigen Schrank mit eingelegter Damascener Arbeit. Natürlich war der Fußboden ganz mit Teppichen belegt, und wir zogenuns, nach arabischer Litte, die Stiesel aus. Ich selbst fühlte mich leider nicht zum besten und bat um Erlaubnis, mich gleich auf dem Teppich schlafen legen zu dürfen. Dr. Badt wurde mittlerweile nach unten in das Wohnzimmer geführt. Es liegt in den arabischen Häusern, die ich gesehen habe, gleich an denk Flur. Am Eingang in der Ecke steht der breite, geräumige Herd, auf dem man auch sitzen und liegen kann. Etwa die Hälfte des Zimmers ist erhöht und mit Teppichen bedeckt, rings an den Wände»» sind Diwans oder Polster. Dort versammelte sich, um den Gast zu sehen, die männliche Dorfbevölkerung; es wurde Aaffee getrunken, und später gab es auch ein aus saurer Milch und Eiern bestehendes Abendbrot; nachher kam dann der Scheich mit Sohn und Enkel zu mir herauf. Ich stand auf, und der Aleine trug ein wohl auswendig gelerntes Sprüchlein vor, das den Großvater bis zu Beifallgeklatsche rührte. Dann wurden uns auf dein Boden die weichsten seidenen Decken ausgebceitet, wir legten uns hin und wurden mit seidenen Steppdecken zugedeckt. Es war eins der schönsten Nachtlager, die wir bisher hier hatten. Und, eine bewundernswerte Tatsache, wir bliebe»» von Ungeziefer völlig unbehelligt. Mit Rücksicht auf mein Fieber hatten »vir unsern plan, schon zum Sonnenaufgang auf der Bergspitze zu sein, aufgegeben und beschlossen, erst gegen drei Uhr morgens aufzubrechen. Ich selbst fühlte mich recht ausgeruht, und »vir hätten losziehen können; aber der arabische Führer, den wir für de»» letzten Teil der Wanderung nehmen mußten, so»vie unser jüdischer Führer schiene»» zu»»» Aufbruch gar keine Lust zu haben. Es standen »»äinlich dicke Wolken u»n die Hermonfpitze, und die beide»» Heide»» fürchteten sich »»nendlich vor der Aalte und dein Nebel dort oben. Da wir aber sehr entschieden blieben, brachen wir gegen Uhr auf. Zunächst war es noch völlig dunkel, ab und zu krähte ein Hahn, aus den Dorfhäusern traten vereinzelte Gestalten, die zur Arbeit ginger»; wir ko»»nte>» nichts vor uns sehe,« und bewunderten »»ur unsere Pferde, die mit erstaunlicher Sicherheit vorwärts schritten. Als es hell wurde, fanden wir uns auf einer grünen Alpenmatte von einer Herde schwarzer Schafe umgeben, rings