Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 8 (1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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$efld?eri und habe bei einem Gefecht Lm Aufträge des General-Kommandos eine zurückgehende und versprengte Infanleriekompagnie gesammelt und wieder vorgeführt. Einzelheiten find recht interessant und bemerkenswert, doch habe ich jetzt nicht die Ruhe, fie zu schildern. Ich erhielt das Eiserne Kreuz durch besonderen Korpstagesbefehl. Die Lache hat fich hier ziemlich herumgesprochen, wenn ich daraus stolz bin, so wißt Ihr ja weshalb .... Mit herzlichsten Grüßen an Euch alle Euer Salli Hirsch. II. Frankreich, *. \. 1915. Liebe Blau-Weiß-Mädel, gerne würde ich Euch heut — mehr zum Dank und Beffres schreiben, — leider Gottes fehlt die Zeit, — notgedrungen laß ich's bleiben: — Immer hoher um mich her — wachsen Stoße von Papieren, - schon ist es ein ganzes Meer, —- schon will ich die Kraft verlieren! — Müde schleicht mein Pegasus — knochen- Aappernd, abgetrieben; — ach, wo ist der Ueberfluß — einstigen Talents geblieben? — Ja, für jeden Korporal — martre ich mein Oberstübchen, — Verse ohne Zahl — jeglichem Dragonerliebchen, — jegliches Familienfest — muß ich pflichtgemäß befchleimen, — schließlich kann ich, hol's die Pest — nicht mehr * dichten, nein nur reimen .... Mein Sergant sagt dann und wann: — wStatt Sie anderwärts zu zwiebeln — treten Sie mit Versen an — und mit blank geputzten Stiebeln. — Vor drei Tagen schickte mal — meine freundliche Kusine — ein Paket mit einem Shaws — Guttalin und Margarine. — Zeigen Sie ihr im Gedicht — meinen Dank und all mein Sehnen — und vergessen Sie auch nicht — bas Geschickte zu erwähnen!" — Ja, mein Beileid sag ich Dir — Korner, Held von Schwert und Leier. - ging's Dir ebenso wie mir — kam Dein Ruhm Dir reichlich teuer! — Unermeßlich ist dies Leid, — steißig wirken Kopf und Hände — unermüdlich fliegt die Zeit — und ich komme nicht zu Ende! — Unermüdlich, ohne Ruh — ach, muß ich am Werke bleiben, — und ich komme kaum dazu - meinen Freunden mal zu schreiben! — Ja. es wird mir schwer gemacht, — denen meinen Dank zu schicken, — die mich, mehr als ich gedacht, - stets detteuen und beglücken! — Und zu denen rechnet Ihr — vom Blau-Weiß vor allen Dingen, — glückten niemals Verse mir — bicsrj mal mußten sie gelingen, — in erheblichem Poem — würdet Ihr mit Recht gepriesen, — im Poem entsprechend dem, — was Ihr Gutes mir erwiesen! —- . Dazu leider fehlt die Kraft — aus zuvor erwähnten Gründen, — was zusammen ich gerafft, — wird man nicht erheblich finden; — kann ich Welt und Ewigkeit — nicht mit Eurem Ruhm erfüllen — glaubt es mir. es fehlt die Zeit, — doch es fehlt mir nicht an Willen;— wünscht Luch auch mein heißer Dank — einen besseren Belohner — unterschreib ich dennoch ftank — mich als Dichter und Dragoner. Euer Karl Glaser. 1 Unser Heim in Prag Cs ist schwer, euch draußen im Reich von unserem fjeim in wenigen Worten zu erzählen. Gewiß ist, daß es auf der ganzen Welt kaum «ine Stadt geben kann, die so ist, wie unser altes Prag,.