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Blau-Weiss-Blätter · 1914-12-01 · 7 (12.1914) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
7 (12.1914)
Date
1914-12-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Line Fahrt nadf dem Bred enbeker Teich wir fuhren zuerst nach Alt-Rahlstedt und von dort aus mit der Kleinbahn nach Volksdorf. Nachdem wir eine tüchtige Strecke gegangen waren, frühstückten wir; aber schon nach kurzer Zeit ging es weiter, denn alle freuten sich schon auf ein schönes Bad im Bredenbeker Teich, das eine angenehme Erquickung an dem heißen Tage zu werden versprach. Als der Teich endlich erreicht war, suchten wir «ns schnell einen passenden Platz, und bald gab es nur noch einige ängstliche oder wasserscheue Nichtschwimmer (die ja leider immer noch bei uns zu finden sind), die stch nicht lustig im waffer tummelten. Liner von uns hatte feine Badehose vergessen, und, ärgerlich, es nchr den andern gleichtun zu können, suchte er nach Ersatz. Der war bald gefunden. Liner unserer Wanderer hatte einen üderstüsfigen Brotbeutel, den er dem Pechvogel gab. Der machte sich mit seinem Taschenmesser schnell ein paar Oeffnungen in den Boden des »Beutels, die so groß waren, daß et seine Beine hindurchsrecken konnte. Das Gummiband zum Zusammenziehen des Beutels kam ihm natürlich vortrefflich zustatten. Nachdem er sich so geholfen hatte, sprang er ebenfalls schnell ins waffer und schwamm den andern nach, die sich die «ndere Seite des Teiches zum Ziel ausgesucht hatten. Bald war eine kleine Schar drüben angelangt. Als sie gerade beim Zurückschwimmen waren, bemerkten sie, wie ein Förster mit einem Amtsdiener die Namen der inzwischen zurückgekehrten andern Schwimmer aufschried. Ahnungsvoll kamen sie an Land und erführen da, daß das Betreten dieses Ufers verboten wäre, während einem Aufenthalte am jenseitigen Ufer nichts entgegenstände. Der Förster sagte, daß wir unter 3 M. Strafe wohl nicht davonkommen würden, und meinte, weiteres würden wir bald erfahren. wir beschlossen also, nach der gegenüberliegenden Seite des Sees überzusiedeln, während die meisten den ziemlich weiten weg zu Fuß machten, versuchten zwei mutige Wanderer, die andere Seite des Teiches schwimmend zu erreichen. Als wir «ns bereits an einem geeigneten Platze niedergelaffen hatten, sahen wir, daß die beiden andern zwar dieses Ufer schon erreicht hatten, jedoch noch weit von unserem Lagerplatz entfernt waren. Sie waren freilich schon ziemlich schlapp, aber sie hatten einen guten Linfall. Unterwegs hatten sie, wir wußten nicht warum, mit einiger Mühe einen treibenden Baumstamm ans Ufer mitgeschleppt. Nun zeigte es sich, warum sie sich eine scheinbar so unnütze Mühe gemacht hatten. Sie setzten sich nämlich einfach auf den Baumstamm und paddelten so mit fänden und Füßen, bis sie in unmittelbare Nahe unseres Lagerplatzes kamen — übrigens ein Bild, das «nbedingt hätte ausgenommen werden müssen. — . Zladi kurzer Zeit waren wir alle wieder gemütlich beisammen, und erst nnser Aufbruch machte dem Geplauder, Singen und Spielen ein Lnde. Auf dem beimwoge mußten wir uns sehr beeilen, um unfern Zug noch zu bekommen. Wir erreichten ihn noch eben mit knapper Not und kamen nach einer etwa halbstündigen -Eisenbahnfahrt glücklich in Hamburg an. Ls ist, darin sind wir alle einer Uleinnng, trotz der erlittenen Geldbuße eine seine Wanderung gewesen. Hamburg Lrnst Nachum

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