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Blau-Weiss-Blätter · 1914-12-01 · 7 (12.1914) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
7 (12.1914)
Date
1914-12-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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galfttcn -er harnbrrrger Die Lüneburger Heide Zart und duftig — wild, machtvoll ausladend, alles das iß die Heide. An den Wegen stehen junge Birken, man kann den Stamm mit der Hand umspannen, ganz dünn ist die haut. Das Blätterwerk, das haar, ist ihnen meist zerzaust und hangt nach vorn hinüber. 5ie stehen so lieblich und rührend da, wie zarte, elfenhafte Kinder, die einen mit liefen, märchengroßen Angen bitten. Durch grüne satte Wiesen stießen die Bäche. Tausend gelbe Blumen stehen auf den Wiesen, die Lonne scheint heiß, die Aaser summen, sonst hört ihr nichts, und schon an der nächsten Biegung die unübersehbare Fläche, mit. dämmernden Hügeln, weiten, weiten Ebenen, auf denen nur braunes Heidekraut wächst, die mächtigen, dunkelgrünen Wälder und der weiße Heidesand. Steinblöcke hie und da und Wachholder. Ich ging einmal an einem Sonntag allein hinaus und kam durch einen herrlichen Wald. Die schlanken Bäume waren in die hohe geschossen, als ob ihre Kraft nicht zu bändigen gewesen wäre. Makellos und stolz stand Stamm an Stamm, hoch oben bewegte ein leichter Sommerwind die Wipfel. Ich ging und war so froh wie selten, noch nie hatte ich einen Wald in solcher sDracht gesehen. Der Weg stieg bergan, und die Sonne schien, die Sonne schien! Sie sandte ihre Strahlenflut hinab, die Stämme, der Boden, alles war in freudiges Licht getaucht, und die edlen Bäume standen endlos, sich zur Nacht verdichtend, hügelanf und -ab, Sonnengold an den Stammen, am Boden, überall, und taufrisch war der Morgen, es blitzte und dampfte. Da öffnete sich plötzlich zur Linken der Wald, und ich sah die Ebene. Sie dehnte sich nebelhaft, doch ich kannte sie, ich erkannte alles wieder, dort ganz fern den wuchtigen Wald und nichts als ein dunkles Meer von Wäldern hinter ihm. Davor die weile Ebene, mit Hügeln und Bäumen und weißen Wegen. Breit und machtvoll wuchs sie, in ruhiger, selbstsicherer Kraft sich dehnend, hoch oben trillerte eine Lerche. — Nachts ist es unheimlich in der Heide. Geht im Mondschein über Hügel. Kahl und scharf umrissen scheinende, wie die beinerne Kante eines Schädels, und der Wind pfeift über die Flache in wildem Tanz. Da steht ein Vermummter, lautlos, er bewegt sich nicht, aber es ist doch ein Mensch, er rührt sich nicht. Nein — es ist ein Wach-

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