Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 7 (12.1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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tönt eine Laute — husch ist der Spuk verschwunden . . Es find ja nur Sträucher, schlanke Baumstämme vom Mond beschienen. Immer höher führt der Weg. Dort vorn ein Licht: das Ieschkenhaus. Lin weites Steinfeld öffnet fich — wie wenn Riesen ein ganzes Gebirge zertrümmert und hier hinunter gestürzt hätten. Der tiefe Einschnitt öffnet die Fernficht. Weit schweift der Blick über das filberne Nebelmeer. In tiefer Ruhe schläft unten das Land, von Ferne tönt das Rauschen des Waldes. Weiße Wolkenfetzen stürmen Ln wildem Jagen am Mond vorüber. — Vor uns liegt die mächtige Burg des Jeschkenhauses . . scharf bläst der Wind, der frösteln macht. Die Menschen find einander näher gekommen — ein Suchen und Tasten, daß fich die Seelen finden möchten. Da wir mit durstenden Wünschen den Zauber dieser Nacht aufnahmen, — mag sein, daß wir in diesen wenigen Stunden Freunde wurden. Vom Jeschken nach Gybin. Ein taufrischer Morgen. Weiße Wolken stehen bewegungslos über dem Horizont; vom tiefblauen Himmel strahlt die Sonne herunter auf grüne Hügelkuppen, schmucke Drtschafien, glitzernde Teiche. Durch dunkle, duftige Fichtenwälder, durch bunte Wiesen ziehen wir. Eine Dorsschenke. Es ifi Sonntag, Tanzmusik schallt heraus. Wir stürmen hinauf in den großen, weißgetünchten Saal. Längs den Wänden ziehen sich einfache Bänke; — Bauernburschen mit ihren Mädchen sehen erstaunt auf die bestaubten, wetteraebrännien Wanderer. Von der Tür gucken neugierig einige Rinder. Einer entreißt den Mu-, fikanten die Geige. Und Laute und Fiedel spielen zum Tanz! Hei wie das stiegt . . trotz Bergschuhen und Rucksack ein schöner, wilder Tanz. Mit lachendem Munde und blitzenden Augen, urwüchsig und kraftvoll.-And werter geht es mit Lachen, Singen und lautern Jubel in den dämmernderr Abend hinein. „Hurra, Hurra, Hurra, die Rofaken waren ja da" das reißt die letzte Müdigkeit aus den Gliedern. Da vorn liegt Gybin. ... Wie ein Blick in ein fernes Wunderland mit freien, schönen Menschen war diese Fahrt. Die reinste Lebensfreude lebte in uns auf, — Singen und Jubel, ein lichtes Träumen erfüllte urrs — — froh gingen wir mit ihnen, die frei und sicher ihr Leben geherr, es schaffen nach eigenem Willen und ihr Menschentum erstellen irr starker Freude. Frag Artur Engländer u