Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 6 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2425321-3181687-3181694--0276-3182108- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
den Strafen herum, jeden Fremdling sorglich musternd, ob er nicht etwa ein bläulich-weißlich schimmerndes Zeichen auf der Brust trüge, bis sie endlich die Adresse eines von uns erfuhren. Als dieser nachts, grad' vom Dampfer, der uns die Hollandfahrer entführte, nach Hause kam, stolperte er auf der Treppe über drei noch ganz warme Menschenleiber, die ihn mit lebhaftem Schalom anfielen und flehentlich baten, nicht zu erschrecken, denn fie seien bloß die Leipziger und bäten um ein geringes Nachtquartier. Auch mit den Leipzigern, welche ihre früheren Nächte neben hagenbecks Löwen in ihrem eigens dazu mitgebrachten Zelte verbracht hatten und auch sonst gewaltige Helden sind, (so kamen fie von Riesa bis Magdeburg elbabwärts auf einem leibhaftigen Flosse geschwommen) verbrachten wir einen schönen Tag; auch fie sangen uns auf einer „heimnacht" (dieser „Heimabend" begann erst um \\ Uhr abends) schöne neue Weisen, und wir bemerkten zu unserer Freude, daß in den sächsischen Liedern der Vogelbeerboom eine bedeutsame Rolle spielt; unsere sächsischen Freunde zeigten uns auch, daß man sich feine Löffeln und Gabeln selbst aus hol; schneidet, wenn man die anderen verloren hat. Ihr hauptbahnhof ist, wie fie uns wiederholt versicherten, viel größer als der unsere. — Hamburg Dr. Isaac Schwabacher. Der Liederabend am August Ach, war der Liederabend schön! Es kamen, zur Schande der „Herren" Jungs muß es gesagt werden, noch einmal soviel Mädels als Iungens, und die Hälfte der Madels hatte Mampfen mit. Ihr wißt wohl alle nichts davon? Nun,, dann will ich die Geschichte erzählen. Ich werde telefonisch zu einend Liederabend beim Führer Aorn geladen, gehe hin, treffe unten ein Mädel und einen Jungen, klettre 5 Treppen rauf, erfahre, daß alles Schwindel ist, klettre wieder runter und gehe nach Hause. Jetzt sinne ich Tag wnb Nacht darüber nach, wer der Nebeltäter gewesen ist, der uns so hineingelegt hat. B a e r b e l - L i l l i f i n g st (Der „Uedeltater* wird wohl unser Führer Arthur Korn selbst gewesen sein, der zu seinem eigenen Liederabend nicht gekommen ist. Er steht nämlich als Kriegsfreiwilliger im Felde beim Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5, Grsatz- Bataillon. 2. Kompagnie — und lernt dort neue Griffe, aber nicht auf der Klampfe. Ich denke, ihr solltet ihm veraeben, weil er ein „so schSner auch tapferer Sol* dat* ist. - ' W. R) 12