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Blau-Weiss-Blätter · 1914-10-01 · 6 (10.1914) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
6 (10.1914)
Date
1914-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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arbeiten* Aber, aber — vielen kommt es beim Auslesen nämlich mehr auf Schnelligkeit als Gründlichkeit an, und die Führerin muß höllisch achtgeben, daß die Ordnung gewahrt bleibt. Jeder ist aber bestrebt, sein Bestes zu tun. Schade nur, daß dieser schöne Eifer nach bem Mittagessen, das wir im Freien, auf grüner Wiese zu uns genommen haben, merklich nachlaßt. Die Sonne, über die wir uns zuerst so freuten, wird bald recht lästig. Stillverzweifelt sehen mir manchesmal auf das große Stück Feld, das noch vor uns liegt und bas, allem Bemühen zum Trotz, gar und gar nicht kleiner werden will. Gerne ließen wir das Ganze so liegen, wie es ist. Aber dann benken wir: „Jetzt, mitten in der Arbeit aufhören, daß die Landleute nachher sagen sollten: da steht man ja, was die Städter können. Nein, das gibts nicht." So arbeiten wir im Schweiße unseres Angesichts weiter- Als wir -dann am Ende alle Aartoffeln aufgelesen und in Sacke gefüllt haben, find wir aber auch sehr stolz und froh. Ariegerische Lieder singend treten wir den Rückweg an. Müde, mit rotgebrannten Gesichtern und k)anden kommen wir nach Köln. Rasch werden noch „die Kaupter unser Lieben" gezahlt, dann Immen wir UNS fröhlich in der Hoffnung, bald wieder den armen Landleuten bei ihrer Arbeit helfen zu dürfen. Aöln A b i g a i l Hofenbaum Hebel, Stuvm rrnd Regen. (Aus meinem Mandertageduch.) 30. Juli. Manderung von Schreiberhau nach Spiudelmühle. Cs war ein feuchter, kühler Morgen, als wir aufbrachen. Oben auf den Bergen lagerte dichter, schwerer Nebel. Vis zur ersten Steigung waren wir, von unseren liebenswürdigen wirten begleitet, fröhlich singend marschiert. Dann ging es steil empor, schweigend und düster. Neben uns stürzte ein Wasserfall mit mächtigem Brausen ins Ca! hinab, sonst horte man nur unsere schritte und das gleichmäßige Aufsetzen der Berg' stocke. Je höher wir hinauf kamen, desto kleiner und spärlicher waren d^e Baume um uns herum. Der anfangs leichte Regen wurde immer starker, und wir waren froh, nach *'/* Stunden die Alte Schlesische Baude zu erreichen. Als wir dort ein« kehrten, erhielten wir den Rat, nmzukehren: „Fräuleins stiegen weg. wemr's höher *rauf wollen". Aber umkehren? Nein. Und dann — eine richtige Srurmwanderung auf dem Ramme! — das lockte. Also weiter! Die Capuze über ^em Kopf zuzebunden, daß nur die Augen heraussehen, das Cape bis unten zugesteckt, in der einen Hand den Bergstock, mit der anderen das Raxe fester anziehend, gingen wir weiter, hinter uns sagt einer: bom's aber Rurasch'— Ja, ja, es ist eine schöne Sache um das „Kurafcb* haben. Der uns gehen Leute, die aber bald im Nebel verschwinden. Mir steigen höher hinauf; neben uns ist kein Baum mehr, nur noch Rnieholz. Immer höher — wir sind Ln den Molken, und statt des §

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