Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 6 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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könnt, daß er auch im Ariege unseren'Blau-Weiß.Bund nicht vergessen hat. ...... den 6. Liebe Blau-weiße! Ich danke Euch für Eure verschiedenen Lebenszeichen vielmals. Ich lebe noch, und das ist die Hauptsache. Mein jetziges Leben ist sogar recht angenehm, den ganzen Tag bin ich draußen im Gelände, wo weder Russen noch sonstiges Rosakenpack sich Herumtreiben., Die Sache wird allmählich langweilig, und man wünscht sich ein etwas tatenreicheres und ereignisoolleres Leben herbei; das ist eigentlich sehr unbescheiden, denn draußen im Felde kann man. so heißt das wenigstens allgemein, leicht totgeschoffen werden. Das wäre nicht gut, denn ich möchte noch recht viel beim Blau-weiß Mitarbeiten und noch recht oft mit Euch Kameraden zusammen sein, beute bin ich mit 5 anderen Kameraden nach Rußland hinübergeritten. Das Nest, das wir besucht haben, stach vor allem durch seinen Dreck und durch die schlechten Straßen von unseren Dörfern ab. Alles ist zur Verteidigung hergerichtet. ,Die Bewohner des Dörfchens — vor allem Juden — sind mit den Deutschen natürlich sehr zufrieden, und wir werden von allen Seiten sehr freundlich gegrüßt. Ich rief verschiedenen ein „Schalom" zu und wechselte einige Worte mit ihnen. An den Mauern sieht man die von dem Generalkommando angebrachten hebräischen Aufrufe an die Bevölkerung, in denen an die russische Unterdrückung erinnert und die Befreiung durch die Deutschen versprochen wird. Unser Ritt ging durch beide, die durch kleine Tannenwäldchen unterbrochen war. Als wir in der Abenddämmerung zurücktrabten, lag das letzte Rot über den Wipfeln, wir waren alle still, und ich verletzte mich zu Euch hinüber, die Ihr wahrscheinlich auch an einem so schönen Sonntag in der blühenden beeide gewesen seid. Ich summte und pfiff unsere Lieder vor mich hin und dachte, daß un» sere Sache doch etwas Schönes und Gutes in sich schließt und unserer besten Kräfte wert ist. Mit herzlichen Grüßen an die ganze Führerschaft und alle Kameraden bin ich Euer Simon wert heim Erntearbeit „Achtung, da ist die Elektrische, einsteigen, los, los!" Stoßen und Drängen, dann hat jedes Arädel ein Plätzchen erlangt — die Freundinnen haben sich natürlich zusammengefunden — und während der Fahrt wird die Frage „was werden wir wohl heute tun?" überall lebhaft erörtert. Plötzlich bricht der Auf „Arerheim, anssteigen!" das eifrige Gespräch ab. Drei scharfe pfiffe der Führerin. dann ziehen wir los. Es ist prachtvolles Wetter. Wir haben alle frohe kaune und viel guten Willen zur Arbeit mitgebracht. Siegesbewußt sehen wir uns um. Ja, wir wollen schon zeigen, was wir leisten können. Als wir am Bauerngut anlangen, heißt es „Aartoffeln anslesen". )edem wird eine Furche zngetcilt, und nun beginnen alle fleißig zu «