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Blau-Weiss-Blätter · 1914-10-01 · 6 (10.1914) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
6 (10.1914)
Date
1914-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ist im Besitz des Feindes und mvß gegen den Hutlosen Gegner verteidigt werden." Schneller als in Albanien wurde da aus Freund der Feind, wer keine Kopfbedeckung mit batte, ersetzte fie durch ein geknotetes Taschentuch; alles ließ sich einrichten. — Ulan konnte nicht wiffen, wie die Feldwache 2 gegen uns vorrücken würde, »nd so schickte der Führer auf den 2 wegen je einen Mann als Patrouille vor. Die anderen lagen auf der Feldwache bereit, bei der ersten Meldung dem Feind entgegenzurücken; alle pattouillen sollten auf ein pfeifenfignal herbeikommen. Lange Zeit blieb alles ruhig; gespannt horchte jeder, die Gesichter glühten. Eine Patrouille kam zurückgelaufen und erzählte, daß sich etwas verdächtiges auf dem Wege nähere. Das „verdächtige" entpuppte sich als eine Dame mit einem blauen Sonnenschirm. Enttäuscht und erwartungsvoll nahm jeder wieder seinen Platz ein. Da kam den Waldweg her eine andere Patrouille in vollem Lauf und atemlos'meldete fie: „Dort hinter der Hecke kommen fie heran geschlichen; fie waren genau zu sehen". Die entscheidende Stunde nahte. Jeden Augenblick dachte man, den Gegner aus dem versteck Hervorbrechen zu sehen. Alle lagen auf der Erde, das verabredete Seichen erwartend. Lin Mann schlich zurück, um die übrigen Patrouillen hecanznrufen, denn die waren anderweittg nicht mehr nötig, nachdem wir wußten, woher unser Gegner kam. Die Minuten dehnten sich. Die Leute tuschelten und tauschten leise ihre Vermutungen aus. Man sah und hörte nichts vom Gegner. Die Zeit wurde lang. Da pirschte sich einer hinter der Hecke vor. Die Aussicht wurde durch einen Knick auf der anderen Seite des Weges gesperrt. Man mußte sich aufs Gehör verlaßen; da — ganz deutlich klang ein Niesen von da drüben herüber; das war der Gegner, dessen Hinterhalt nicht geglückt war, denn der Anführer hatte sich durch seinen Heuschnupfen selbst verraten. Nun schnell wieder zurück, aber da brachen auch schon die „Buttofen" mit lautem Geheul hervor, und nun entspann pch ein Guerillakrieg. Ein Taschentuch nach dem andern fiel, wenn es auch noch so geschickt und kunstvoll um den Unterarm geknotet war. Mancher Alexander trat auf, der das Tuch zerriß, wenn der Knoten zu fest saß. Es dauerte nicht lange, da war Feldwache 2 nach einem heißen Kampfe Sieger des Tages. Ein lautes Siegesgeheul und Hedad erscholl; dann ging's zur Kritik. Freund und Feind lagerten sich im Kreise. Leuchtende Augen sahen aus heißen, schweißbedeckten Gesichtern auf den Führer, der Lob und Tadel austeilte; kunstlos, aber mit ein Paar treffenden Worten wurde sie gehalten. Still und froh voll Stolz horchten die einen, mit dem willen, es besser zu machen, die anderen. Damit endete unser erstes Kriegsspiel, aus dem wir manches gelernt haben »nd das nns Veranlassen wird, ähnliches in größerem Maße zu versuchen. Hamburg Simonwertheim Ei« Feldpostbrief Aus dem Spiel ist Ernst geworden. Simon lverrheim steht jetzt, wie so viele von unseren Führern, im Leide. An seine Freunde in Hamburg hat er den folgenden Brief gerichtet, aus dem ihr sehen 7

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