Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 6 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2425321-3181687-3181694--0269-3182101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
herzergreifende Schwere des Roschhaschanah und Jom Aippur, immer ernster und gewaltiger in den Zeiten jüdischer Not, bedarf eines Ausgleichs, er wird gefunden in emsig schmückender Arbeit, im farbigen Glanze und der Hellen Fröhlichkeit des taubhüttenfestes. Solange nur öre Juden den Nlut zu sich hatten, fanden sie auch den Ausdruck ihres Wesens. Auch euer Wandern, obwohl nicht auf rein jüdischen In- PinkLen erwachsen, soll euch helfen, den Nlut zu euch zu finden. Dann werdet ihr vielleicht einmal imstande sein, nicht nur neue jüdische Formen aus euch zu gestalten, sondern auch in alten Formen wieder' einmal den Sinn eures Lebens zu finden und zu erneuern. Lroffen a. <D. ZTTofes Lalr> ary Anm. Wer von Euch einmal eine richtige Sukkah sehen will, möge mich besuchen. Die Führer und Fübrerinnen sind für den 4.. 9. und \2. Oktober abends von */a9 Uhr ab. die Wanderer und Wandrerinnen für den 5., 6., \2., ^5. Oktober, mittags zwischen {2 und 2/22 Uhr, herzlichst eingeladen. Martin Rosenblüth, Stromstr. 68' Unser erstes Uriegssxiel „Heiß war der Tag" . . . und auch eine Schlacht wurde geschlagen, aber ^3lut floß nicht. — (Es war eizentlich keine Schlacht, sondern eher ein Scharmützel, Herrn die heeresmaffen waren nach genauer Berechnung— sine, ira ei etnMo wie «s einem gewiffenhaften Geschichtsschreiber geziemt — einschließlich Troß 15 Mann, ^hr werdet vielleicht fragen: wie ist cs denn überhaupt möglich, mit einer solchen Handvoll Menschen Krieg zu führen? Die dabei gewesen sind, wiffens und konnens bezeugen. Da war auch erst ein Zweifler unter uns, der ungläubig über unser ^Beginnen das weise Haupt schüttelte; nachher sprach er anders. Der Um- und Nachwelt zur Lehre und Nachahmung, wie man auch mit Meinen Mitteln etwas beginnen kann, das beim rechten willen und ernster ITiit* arbeit sich entwickeln und ausdehnen wird, sei die Lhronik unseres ersten Kriegshnels geschrieben. wir lagen am Lhauffeegraben. Der junger war gestillt; die Gencralstabs. karten wurden verteilt; die Erklärung der Kriegslage begann: „Wir sind Blau and besinden uns auf dem Rückzug, verfolgt von einem roten Gegner, gegen den wir gestern und heute morgen längs der Chaussee (wer sich für die genauen Namen mnd weirere Einzelheiten interessiert, kann das in unserem Kriegstagebuch Nachlesen) im Gefecht gestanden haben. Rot hat Verstärkung berangezogen. sodaß wir zurück mußtey. Da unsere Leute von den Strapazen des Gefechtes und Marsches müde sind und noch nichts warmes im Leib haben; beschließt der Führer der Abteilung, in dem ca. 4 km entfernt gelegenen Dorf ausruben und abkochen 511 lassen. Die ruhenden Truppen müssen natürlich gegen unerwartete feindliche Angriffe geschützt werden und zwar durch Vorposten. Der Führer wird vorauseilen, um die geeignetsten Stellen, wo die Feldwachen hinkommen sollen, auszusuchen. (Dieses ^Vorauseilen" bleibt gleichfalls Annahme, die aber notig ist. nm ein möglichst kriegsmäßiges und der Wirklichkeit entsprechendes Bild zu geben).